Elbtunnel erhält neue Durchsageanlage

Tunnelröhre während der Umbauarbeiten (Foto: Oliver Reimann, Sprech-Fabrik)

Er ist einer der imposantesten und längsten Unterwasser-Straßentunnel der Welt: der Neue Elbtunnel in Hamburg. Mit fast 120.000 Fahrzeugen, die den 1975 in Betrieb genommenen 3,3 Kilometer langen Tunnel täglich durchqueren, muss das Bauwerk die höchsten sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen. Das von SALZBRENNER media installierte Audioverteilsystem stellt sicher, dass Autofahrer im Notfall durch Lautsprecherdurchsagen schnell und verständlich gewarnt werden.

In den ersten drei Röhren des vieradrigen Tunnels hat sich für die Durchsagen das flexible Steuerungssystem CAS 300 von SALZBRENNER media bewährt. Salzbrenner erhielt den Auftrag, auch die vierte Röhre mit einer an den Kunden angepassten Version auszustatten: Durchsagen konnten in dem Fall entweder direkt live oder alternativ über vorab produzierte Ansagentexte übertragen werden.

Da der Elbtunnel nur nachts für den Verkehr gesperrt ist, wurden die Bestandsanlagen innerhalb von nur einer Nacht ersetzt: Die einzelnen Arbeitsschritte des im November 2018 abgeschlossenen Projekts wurden dafür bereits im Frühstadium definiert und mit dem Planer, der Firma Sprech-Fabrik von Oliver Reimann, abgestimmt. SALZBRENNER media installierte neben der Audioverteilung auch die Lautsprecher- und Verstärkerüberwachung. Sie stellen sicher, dass alle Signalwege im Notfall einwandfrei funktionieren. Eine Besonderheit: Die Lautsprecher werden durch Impedanz-Messung bei 20 kHz und somit im nicht hörbaren Bereich der Signale überwacht. Die Durchsagen kommen von zwei kundenspezifischen Sprechstellen.

SALZBRENNER media setze beim Lautsprechersystem auf einen ganz besonderen Mechanismus der Tonverteilung: „Der Elbtunnel ist akustisch eine Herausforderung, weil keine schallabsorbierenden Flächen eingebracht wurden", erklärt Projektleiter Kay Rothe von SALZBRENNER media. „Die Lösung brachte die synchronisierte Längsbeschallung nach dem SLASS-Konzept (Synchronized Longitudinal Announcement Speaker System)." Zum Einsatz kam dabei Sondersoftware für die sequenzielle Signalwiedergabe der R&E Kommunikationstechnik GmbH.

Während das bisher verwendete Lautsprechersystem mit den im Tunnel typischen Überlappungen des Schalls zu kämpfen hatte, macht sich die SLASS-Methode die akustischen Besonderheiten des Tunnels zunutze: Der Schall wird in Wellenfronten übertragen, die sich zeitlich synchronisiert wie eine einzelne Schallwelle durch den Tunnel bewegen: Die einzelnen Lautsprechersignale werden so verzögert, dass die Lautsprecher sie genau dann phasenrichtig abstrahlen, sobald die entsprechenden Schallwellen vom vorherigen Lautsprecher eintreffen. Ergebnis: Die Durchsagen sind deutlich klarer und verständlicher - und statt rund 800 werden nur noch 46 Lautsprecher benötigt.

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