High Resolution Audio als Download

Im Gespräch mit Lothar Kerestedjian, hiresaudio.com

Quelle: highresaudio.com

 

 

Lothar Kerestedjian, Managing Director, www.hiresaudio.com (Foto: privat)

Seit wann betreibst Du Dein Portal? Wie hat es sich entwickelt?

Wir betreiben das Portal www.highresaudio.com seit 2011. Es entwickelt sich seitdem sehr positiv, Anfang April 2017 konnten wir unseren 200.000 Kunden registrieren. Im letzen Jahr kamen im Durchschnitt täglich 64 Neukunden dazu. Wir haben ungefähr 57% wiederkehrende Kunden. Der andere Anteil sind Neukunden. Die meisten besuchen uns mindestens einmal in der Woche und kaufen durchschnittlich vier bis sechs Alben im Monat.

Wie hat sich das Angebot entwickelt?

Wir haben jetzt rund 40.000 Alben im Shop. Durchschnittlich kommen jede Woche zwischen 130 und 150 Alben dazu. Davon sind ca. 70% echte Neuerscheinungen, ca. 30% ist Katalogmaterial, das remastert wurde. Dabei sind wir sehr stringent in unserer Qualitätskontrolle. Wir bieten ausschließlich hochauflösende Musik-Downloads in originaler Studio Master Qualität an, das heißt das Material darf technisch nicht manipuliert oder hochgerechnet sein. Mit diesem USP sind wir auf einem sehr guten Weg.

Wir haben als privatgeführtes Unternehmen ein gutes Geschäftsmodell ohne fremde Hilfe auf die Beine gestellt. Wir erfahren bis heute keine Unterstützung von den Plattenfirmen. Diese lizensieren und stellen uns den Content zur Verfügung, aber sie unterstützen uns in keinster Weise beispielsweise durch Promotion-Aktionen.

Das heißt, ich bin allein auf weiter Flur, um das Thema in die breite Masse zu kommunizieren. Aber wir waren mit unseren Möglichkeiten erfolgreich. Am Anfang lag unsere Zielgruppe durchschnittlich im Alter von 50+, jetzt sind wir bei 27+ angekommen. Wir bedienen nicht den Mainstream, aber wir haben viele jüngere Kunde erreicht, die bereit sind, etwas mehr Geld für gute Kopfhörer auszugeben und es folglich wertschätzen, dass die Quelle die Qualität abbildet, die der Kopfhörer oder der Lautsprecher wiedergeben kann.

Ist das Qualitätsbewusstsein beim Endverbraucher gestiegen?

Unsere Kunden waren schon immer qualitätsbewusste Hörer. Es war für uns als Nischenanbieter wichtig, den Endkunden zu erreichen, der HiFi zu seinem Hobby gemacht hat. Das sind in der Regel Hörer klassischer Musik und Jazzfreunde.

Aber wir wollten nicht in dieser Nische stehen bleiben, sondern wollten expandieren und das Interesse jüngerer Kunden wecken. Da hilft ein breiteres Spektrum an Repertoire. Das heißt, man braucht auch Mainstream Musik wie Rock, Pop Dance, Electro usw.

Aber genau da steckt das Problem, denn über 30% des angelieferten Materials veröffentlichen wir nicht, weil es unseren Qualitätsansprüchen nicht genügt. Oft scheitert die Veröffentlichung daran, dass trotz qualitätsbewusster Aufnahme, Mischung und Mastering am Ende das angelieferte Material stark komprimiert oder von der originalen Abtastrate hoch gerechnet wurde.

Anderes Material wird nicht veröffentlicht, weil es von Genre nicht in unser Repertoire passt, weil die Aufnahme musikalisch unzureichend ist oder doch im Produktionsprozess Fehler gemacht wurden. Wir machen uns sehr viel Arbeit mit der Beurteilung des Materials.

Da wir gemäß unserem Anspruch nur das Material anbieten wollen, das unseren Kunden einen hörbaren Mehrwert bietet, gehen wir bei der Beurteilung des Materials sehr differenziert vor. Nur so können wir uns letztendlich von unseren Mitbewerbern absetzen. Mit diesem USP haben wir uns einen gewissen Ruf und eine Position im Markt geschaffen. Unsere Kunden vertrauen uns. Wenn ein Kunde 15 bis 25 Euro für ein Album ausgibt, dann weiß er, dass er auch die Qualität bekommt, die er erwartet.

Hast Du gemerkt, dass es mehr Anbieter am Markt gibt?

In Deutschland gibt es für uns nur Qobuz als echten Mitbewerber. Das ist natürlich eine gute Situation.

Wenn man bedenkt, dass die Zielgruppe, die wir ansprechen, für eine Goldene CD 50 Euro ausgibt bzw. für eine Vinyl-Scheibe 30 bis 40 Euro, und sie dann das Studiomaster für 15 bis 17 Euro als Download kaufen können, dann ist das quasi geschenkt. Wenn darauf – wie bei einigen Anbietern beobachtet - noch Rabatte gegeben werden, dann ist das m.E. nicht tragbar, weil es definitiv den Markt kaputt macht. Dann wird quasi Musik auf Kosten des Künstlers verkauft.

Wie stehst Du zu MQA?

Ich kenne Bob Stuart sehr gut und wir haben ein sehr freundliches Verhältnis. Schon vor drei Jahren habe ich gesagt, dass ich an seiner neuen Entwicklung interessiert bin. Ich habe die ersten Demos gehört und ich fand die Technologie klasse. Was ihm allerdings fehlte, war Content, um seine Technologie angemessen zu präsentieren.

Ich habe ein paar Labels angerufen und diese waren bereit Content für die MAQ Codierung zur Verfügung zu stellen. Allerdings durften wir das Material nicht auf Bobs Server speichern, weil es unsere Verträge nicht erlauben, den Content einer dritten Person zur Verfügung zu stellen. Das Material musste bei uns MQA codiert werden. Gesagt, getan. Wir haben rund 250 Alben in seinem Format codiert und zum Download angeboten.

Allerdings wollten wir nachweisen, ob MQA wirklich die versprochene Qualität bietet und ich bat Bob mir entsprechende Analyse-Tools zur Verfügung zu stellen. Darauf haben wir vergeblich gewartet. Ich habe dann selber ein entsprechendes Analyse Tool entwickeln lassen. Ich habe Stefan Hotto von der Firma XiVero ins Boot geholt und ihn gebeten, die MQA Files zu analysieren. Daraus ist ein Protokoll entstanden, das aufzeigt, dass MQA nicht verlustfrei arbeitet.

Daraufhin bin ich vorsichtig geworden und bietet die MQA codierten Alben nicht mehr zum Verkauf an. Wenn sich dieser Verdacht wirklich bestätigt und ich dieses Material weiterhin verkaufe, könnte das für mich geschäftsschädigend sein. Die Kunden könnten ihr Geld zurückverlangen, denn sie haben darauf vertraut, dass sie Hires Alben kaufen, haben aber nicht das Versprochene bekommen. Ich muss für das, was ich verkaufe gerade stehen und da will und muss ich mich rechtlich absichern. So ist leider dieser Streit entstanden.

Wie stehst Du zu Streaming Angeboten?

In unserer Zielgruppe sind die Kunden eher auf ein physisches Produkt, das sie kaufen, in den Händen halten und besitzen können, fixiert. Das ist auf jeden Fall sicherer als ein Abo, das man abschließt. Im Falle einer Insolvenz des Anbieters, bekommt man sein Geld nicht zurück und die Musik auch nicht.

Streaming Angebot sehe ich in meiner Zielgruppe als Schnuppervertrieb. Bei einer Umfrage unter unseren Kunden kam heraus, dass viele ein Streaming Abo abgeschlossen haben. Die Umfrage ergab auch, dass die meisten wenig Zeit haben, um bewusst Musik zu hören, max. 30 bis 60 Minuten in der Woche. Dann wollen sie aber die Musik hören, die sie bewusst ausgewählt haben und das in der bestmöglichen Qualität. Das Musikhören über einen Streaming Dienste dient eher der Berieselung. Wir arbeiten schon seit einigen Jahren an einem Streamingkonzept. Aber es ist für uns als kleines Unternehmen sehr schwer, ein vernünftiges Geschäftsmodell mit einem Streaming Portal aufzubauen. Abo-Streaming birgt extreme wirtschaftliche und finanzielle Risiken.

Leider sind die Geschäftsmodelle der Plattenfirmen ausschließlich auf die großen Multikonzerne ausgelegt. Es gibt kein Konzept für kleine oder mittelständige Unternehmen, die im Streaming Bereich aktiv werden wollen. Alles konzentriert sich auf die Megakonzerne Apple Music, Google und Spotify etc., kleinere, fachgerechte Angebote werden immer mehr verschwinden. Das kann nicht zukunftsweisend sein und das kritisiere ich sehr deutlich.

Als wir angefangen haben, gab es 84 Download Shops in Deutschland. Ich habe mich daher in einer erfolgversprechenden Nische positioniert. Fakt ist, dass in den letzten fünf Jahren über die Hälfte dieser Download-Portale weggebrochen ist und ich denke, die Anzahl wird sich in den nächsten Jahren nochmals halbieren.

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