Editorial

Elke Wisse

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auf der Tonmeistertagung 2016 am Stand der Firma Sennheiser ist es passiert: Ich kam zum ersten Mal in den Genuss, ein  VR-Video über eine VR-Brille zu erleben.Den Beweis sehen Sie auf dem Foto, das ein Kollege der Firma Sennheiser aufgenommen hat.

Ich muss zugeben, ein Genuss war es für mich eher nicht. Obwohl das gezeigte Video eher unspektakulär war, war ich innerhalb von Sekunden komplett von meiner Außenwelt abgeschnitten. Raumund Zeitgefühl verschwanden, ich war gefangenin dieser virtuellen Welt, die sich vor meinen Augen abspielte. Auch meine Bewegungen und meine Orientierung schienen völlig außer Kontrolle geraten zu sein, so wurde mir zumindest danach berichtet. Ich wage mir kaum vorzustellen, was passieren würde, wenn ich eine Achterbahnfahrt, eine Action-Szene oder womöglich ein interaktives Spiel über eine VR-Brille sehen würde. Eine für mich eher gruselige Vorstellung! 

Aber VR ist gerade in und ein nicht mehr aufzuhaltender Trend. Man muss vielleicht nicht alles gutheißen und nicht an allem Gefallen finden, was die Unterhaltungsbranche an Neuheiten bietet.  

Szenenwechsel: Sie kennen sicher noch die Spielhallen mit den permanent vor sich hin blickenden und lärmenden Spielgeräten, an denen man sein Glück probieren konnte. Wer schon mal in Las Vegas war, der weiß, wovon ich rede. Bei einem Besuch in den Düsseldorfer Arkaden Anfang des Jahres fiel mir ein neues Ladenlokal auf: das Holocafé. Was würden Sie sich drunter vorstellen? Ein gemütliches Café, in dem man ungewöhnliche Hologramme bewundern kann? Weit verfehlt. 

Beim Holocafé handelt es sich um ein Virtual Reality Café, das es erlaubt, gemeinsam in virtuelle Welten einzutauchen und dort miteinander oder gegeneinander zu spielen. „Mit einem exklusiven Spieleangebot bieten wir euch Erlebnisse voller Immersion, die es in der Form nicht für zuhause gibt. Auf Spielflächen von bis zu 25 m² finden bis zu vier Spieler Platz. Dabei werden durch Sensoren eure Kopf-, Hand- und Körperbewegungen erfasst und 1:1 in die virtuelle Umgebung umgesetzt. So erlebt ihr Games mit einem Immersionsgefühl, dass man sonst nur vom berühmten Star Trek ,Holodeck‘ kennt“… so heißt es auf der Webseite (www.holocafe.de). Pro Spiel-Session, die 20 Minuten dauert, sind dann 12 Euro pro Person fällig. 

Die Spielhalle des 21. Jahrhunderts? Anscheinend hat VR das Potenzial, neue Geschäftsmodelle entstehen zu lassen. Mal abwarten, was der Markt und neue Start- Up Unternehmen in den kommenden Jahren an neuen Ideen entwickeln. Es bleibt spannend…. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen dieses real existierenden Magazins.

Ihre 

Elke Wisse