ASC: Die Elbphilharmonie – medientechnischer Brückenschlag zwischen Klassik und Moderne

Der Große Saal (Foto: Amptown System Company)

Seit Januar ist die Elbphilharmonie das neue Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg. Das Gebäude bietet innovative Konzerträume: den Großen Saal, den Kleinen Saal, das Kaistudio 1 sowie weitere angeschlossene Studios. Mit der Realisierung war der Baudienstleister HOCHTIEF beauftragt. Dieser hatte sich in der öffentlichen Ausschreibung „Audio/Videotechnik – Geräte und Systemintegration“ für Amptown System Company als ausführenden Systemintegrator entschieden, der für die Inspiziententechnik sowie für Spezialanfertigungen und Sonderbauten verantwortlich zeichnete. Nach individuellem Kundenwunsch wurden sieben Inspizientenpulte für die Elbphilharmonie entwickelt. Die SPS-basierte ADUNAS Mediensteuerung, die in den Pulten enthaltene Beckhoff-Architektur und die zahlreiche Funktionalität liefern den Inspizienten maximale Bedienflexibilität.

Ein kundenspezifisches Inspizientenpult designed by ASC (Foto: Amptown System Company)

In der Elbphilharmonie wurde kein komplexes Soundsystem im Großen Saal montiert, sondern Wert auf den ursprünglichen und reinen Klang der Instrumente und Stimmen im Raum gelegt. Ein im pilzförmigen Reflektor im Deckengewölbe montiertes Lautsprecher Array bestehend aus sechs Meyer Sound CAL 64 (Column Array Lautsprecher) dient neben seiner Sprachalarmierungsfunktion auch für Reden und Ansagen. Der Saal wird durch diesen zentralen Installationspunkt mittels der Beam Steering Technologie weitestgehend abgedeckt. Im Parkett kommen noch weitere CAL Zeilenlautsprecher zum Einsatz sowie Stützlautsprecher in der Decke für die oberen Ränge, wo das Central Cluster Lautsprechersystem nicht hinkommt.

Das Deckengewölbe im Großen Saal (Foto: Amptown System Company)

Im Kleinen Saal kommen Komponenten der Y- und E-Serie des Herstellers d&b audiotechnik zum Einsatz. ASC hat hier und in den Kaistudios jeweils ein mobiles Soundsystem installiert, um dem Wunsch der Betreiber nach höchstmöglicher Flexibilität zu erfüllen. Im Kleinen Saal werden vorwiegend Jazz- und Kammermusik Darbietungen umgesetzt.


Die Steuerung der Beschallung des Kleinen und Großen Saals sowie des Kaistudios realisieren fünf digitale Tonmischpulte des Herstellers LAWO. Diese wurden in Abstimmung mit dem NDR und dem Hersteller von ASC in die digitale Audio-Infrastruktur des Hauses eingebunden.

„Eine besondere Herausforderung war die Konstruktion und Montage der 32 im Haus verteilten TV-Spiegel Displays, erzählt Rolf Garnies. „Die Spiegel sind in drei Größen mit 90 cm, 140 cm und 169 cm Durchmesser angefertigt und hängen, dem Betrachter leicht zugewandt, an den Wänden. Die TV-Spiegel-Displays wurden in der Amptown Manufaktur hergestellt und mit einer Unterkonstruktion ausgerüstet, die es ermöglicht, einerseits einen vereinfachten Zugang zum Display und zur Set-Top Box zu schaffen und andererseits die Konstruktionen fest an der Wand zu verankern. Die Spiegel bestehen aus runden, 10 mm starken Glasscheiben aus ESG, Typ „Mirona“ des Herstellers SCHOTT. Auf der Rückseite des Glases wurde ein Passepartout im Siebdruck Verfahren als Farbbeschichtung aufgebracht, um die Konturen der dahinter liegenden Panasonic Displays frei zu stellen. Die Ränder der Gläser sind mit einem C-Kantenschliff versehen. Sind die Displays ausgeschaltet, stellen die Spiegel ein gestalterisches Element dar, im eingeschalteten Zustand werden die Displays sichtbar und dienen als Informationssystem. Individueller Content kann in Form von Schrift, Bild und Ton wiedergegeben werden.“

Ein TV-Spiegel Display aus der Amptown Manufaktur (Foto: Amptown System Company)

www.amptown-system.com