14.10.2019 | Ausgabe 4/2019

Radio als App und App als Radio

Im HRADIO-Projekt verschmelzen lineare und nichtlineare Audioangebote

Foto: IRT

In Zeiten, zu denen man per Streamingdienst auf unendlich viele Audioinhalte, überall und dazu jeder Zeit zugreifen kann, bekommt das lineare Radio eine andere Bedeutung. Ein IRT-Projekt lotet die sinnvolle Vereinigung beider Welten aus.

“The absolute transformation of everything that we ever thought about music will take place within 10 years, and nothing is going to be able to stop it. Music itself is going to become like running water or electricity”, sagte David Bowie im Jahr 2002 im Interview mit der New York Times. David Bowie war nicht nur als Künstler ein Visionär, sondern auch als Internet Service Provider und Betreiber seines SocialMedia Fan-Netzwerkes „BowieNet“. 

19 Jahre später ist ein Großteil seiner Vorhersage Wirklichkeit geworden. Der Zugriff auf Audioinhalte ist für heutige Hörer so selbstverständlich, wie den Wasserhahn aufzudrehen.

Der Erfolg smarter mobiler Geräte, der Mobilfunk und die Tatsache, dass Audioinhalte größtenteils „geräteneutral“ sind, bedeutet, dass Menschen fast alles, überall und zu jeder Zeit hören können. Zugleich explodieren neue Audioangebote als Podcasts und Streaming-Musikdienste und es ergeben sich mehr Möglichkeiten zur Auswahl als je zuvor. Viele Zungen behaupten, dass diese Entwicklungen das Ende des linearen Radios bedeuten und die Bedürfnisse der Hörer aus den nicht linearen, personalisierten Streaming- und Downloadangeboten befriedigt werden. Ist das so?

Stellt man lineares live Radio und Streaming-/OnDemand Audio nebeneinander und vergisst für einen Moment den „Krieg der Welten…“, so birgt eine sinnvolle Vereinigung dieser beiden Formen ein enormes Potenzial.

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