10.05.2019 | Ausgabe 2/2019

Adventsstammtisch im Dezember 2018

VDT Regionalgruppe Berlin

Theodor Przybilla (l.) und Christian Wiedenbeck beim Stammtisch in Berlin / Quelle: Reinhard M. Nikschick

Fast schon eine Tradition : der Adventsstammtisch der VDT Regionalgruppe Berlin. Gruppenleiter Theodor Przybilla hatte zum Ende des vergangenen Jahres zum vierten Mal in Folge zu diesem besonderen Stammtisch eingeladen. Angereist waren 26 Kollegen. Alle hofften auf einen interessanten und erlebnisreichen Abend. Dieser begann mit einem Rückblick auf die Veranstaltungen der vergangenen zwölf Monate.

Stellvertretend für das interessante Jahresprogramm sei die ganztägige Exkursion zu MEG, musikelectronic Geithain und der Universität Mittweida genannt. Theodor Przybilla dankte für die vielfältige Unterstützung bei der Organisation und Vorbereitungund wünschte sich auch für das  kommende Jahr eine rege Teilnahme an den geplanten Veranstaltungen der Regionalgruppe Berlin.

Die TMT30 in Köln erlebte Gruppenleiter Przybilla als Moderator eines Forums. Sein Bericht von diesem tonmeisterlichen Event war besonders für Kollegen interessant, die es nur zu einem Kurzbesuch oder überhaupt nicht nach Köln geschafft hatten. Auf der Tonmeistertagung vorgestellte technische Innovationen standen im Fokus der Nachlese und regten zu mancher Fachsimpelei an. Großes Interesse fand auch der Bericht über die Mitgliederversammlung, traditionsgemäß während der TMT veranstaltet.

Als Gast präsentierte Hubertus Christian Wiedenbeck auf äußerst kurzweilige Weise die wechselvolle Geschichte des italienischen Traditionsunternehmens RCF : Drei Freunde und Unternehmer mit den wohlklingenden Namen Rossi, Campari und Ferrari wagten nach dem 2. Weltkrieg eine Investition in einen neuen Markt. Dabei stellten sie nicht ihre Namen in den Vordergrund, sondern gründeten unter dem sinnreichen Kürzel RCF (RADIO CINE FORNITURE) ein Unternehmen für „Ausstattung für Radio und Kino“. Als erste Serienprodukte verließen Mikrofone und Trichterlautsprecher in größeren Stückzahlen das Werk. Da in den ersten Nachkriegsjahren heimische Rundfunkgeräte noch knapp waren, verzichtete kaum eine Kommune in Italien bei der Beschallung von Plätzen vor Kirchen und Rathäusern auf Trichterlautsprecher der Firma RCF.

Schon wenige Jahre später hatte sich das Unternehmen mit seinen Lautsprecherchassis auch als OEM-Hersteller bekannter Marken etabliert. Nach dem erfolgreichen HiFi-Boom entwickelten sich Produkte für Tanzkapellen und Beatbands zu einem interessanten und ertragreichen Markt. In vielen Verstärkeranlagen für Gesang, Orgel, Gitarre und Bass sorgten RCF Chassis für gute Töne.

Um die inzwischen legendäre Qualität der RCF Produkte auch zukünftig zu gewährleisten, gründete das Unternehmen ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum für Lautsprecher.

Mit dem ersten kommerziellen 300 W Verstärker hatte RCF auch in diesem Marktsegment eine führende Position besetzt. Produkte zur Großflächenbeschallung führten zu Weiterentwicklung der 100 V – Technik sowie zu Komplettservice und Bau von 19“ Gestellen.

Ein bekanntes US amerikanisches Unternehmen kam um die Jahrtausendwende auf die Idee, sein Angebot an Mischpulten um hochwertige Lautsprecher zu ergänzen – und kaufte RCF. Mit dem Wechsel von Besitzer und Unternehmenskultur verließen leitende Köpfe „ihr“ angestammtes Unternehmen.

Der Verkaufserlös indes floss in die neu gegründete Firma A.E.B. Industriale, ein Unternehmen, das ähnliche Produkte herstellte wie einst RCF und diese unter dem Markennamen db Technologies auf den Markt brachte.

Als sich die neuen Eigentümer entschlossen, die Produktionsanlagen der RCF nach China zu verschiffen, kam es zum Eklat. Nur durch den „handfesten“ Mitarbeiterprotestkonnte die Umsetzung der verhängnisvollen Entscheidung verhindert werden.

Kurze Zeit später gerieten die amerikanischen Besitzer in eine finanzielle Schieflage  nd mussten sich auch von ihrem Neuerwerb trennen. Die RCF wurde zurückgekauft und seither als Tochterunternehmen der db Technologies geführt. Wieder in „alten“ Händen begann die zweite Blüte der RCF mit vielen innovativen Produkten und wirtschaftlichem Erfolg. Großen Applaus der Anwesenden gab es für diesen interessanten Vortrag und dafür, dass RCF an diesem Abend bereit war, mit Übernahme der „Küchenarbeit“ auch für das leibliche Wohlbefinden der Anwesenden zu sorgen.

Die mit Spannung erwartete Live-Musiküberraschung entfiel an diesem Abend wegen akuter Terminprobleme des Künstlers. Stattdessen hatte Theodor Przybilla kurzfristig ein sehr unterhaltsames Video- Medley mit dem hinreißenden Hans Lindberg zusammengezaubert. Bevor der Abend in bester Atmosphäre ausklingen konnte, gab es noch den Ausblick auf geplante Veranstaltungen des Jahres 2019.