03.09.2018 | Ausgabe 4/2018

Ausflug zum Kurzwellen-Senden in Nauen (bei Berlin)

Regionalgruppe Berlin

Hauptgebäude der Senderanlage / Foto: Markus Przybilla

Am 16. April traf sich unsere Gruppe aus zehn Kollegen und zwei Gästen vor dem Hauptgebäude der Senderanlage, im Jugendstil 1917 von Hermann Muthesius erbaut. Das weitläufige, ca. 230 ha große Gelände erschwerte etwas die Findung des vereinbarten Treffpunkts, aber nach einer Weile waren dann doch alle versammelt.  

Ein Kühl- und Löschwasserteich vor dem Hauptgebäude gibt der Anlage eine pittoreske, barocke Pointe, was freilich keine Absicht war, sondern eine sicherheitstechnische Notwendigkeit auf dem abseitigen Gelände.   

Apropos Sicherheitstechnik: Besucherführungen stehen, im Gegensatz zur Zeit der Weimarer Republik, sonst eher selten auf dem Tagesplan und unser Gastgeber und der Leiter der Anlage, Walter Neumann, wollte über einige Sicherheitsbedingungen aufklären, weil es sich um eine 500 kW Sendeanlage handle. 

Die Fauna der Umgebung scheint die Kurzwellen nicht zu stören, Walter Neumann wusste von Waschbären, Füchsen, Hasen und Kranichen zu berichten, die der Sendebetrieb völlig unbeeindruckt zu lassen scheint. 

Als Kaiser Wilhelm 1906 von Marconis Erfolgen in Großbritannien erfuhr, der mit seiner neuen Erfindung die Englischen Kriegsschiffe von England aus per Funk erreichen und strategisch dirigieren konnte, brachte er Mittel und Know-how auf, um Gleiches mit der Deutschen Marine tun zu können. Tatsächlich wurden dann auch 1914 die Deutschen Handelsschiffe per Morsefunk über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs informiert und aufgefordert, schleunigst sichere Häfen anzulaufen. Wie bei den meisten epochalen Erfindungen war auch hier das Militär der Vater der Idee.  

Sendeantenne in Nauen / Foto: Markus Przybilla

Heute sind die Sendeanlagen in Jülich bei Aachen und in Wertachtal bei Augsburg, wo unser Gastgeber seinerzeit gearbeitet hatte, bereits abgeschaltet. Er übernahm danach die Leitung des letzten noch laufenden Kurzwellensendebetrieb hier in Nauen. Die Nachfrage nach Kurzwellensendekapazitäten sinkt mit jedem Sendeplanwechsel zum Sommer und zum Winter. Zu DDR-Zeiten arbeiteten 350 Leute auf dem Gelände, das Militär sicherte die Anlage mit reichlich Personal, es gab einen Kantinenbetrieb und sogar Wohnungen. 

Innen ist das Gebäude in sehr gutem Zustand  und der authentische Jugendstil war sehr zu bewundern. Die Technologie war seinerzeit so neu und spektakulär, dass es eigens einen großen Raum für Besuchergruppen gab, die dann auf einer Galerie, die um den Hauptraum führte, dem laufenden Sendebetrieb aus sicherer Entfernung zuschauen konnten. Der heutige Sendebetrieb beginnt in den sehr frühen Morgenstunden in Richtung Osten, wo ja die Sonne bekanntlich ein paar Stunden eher aufgeht. Die drehbaren Sendeantennen stehen hierfür von Nauen aus im Azimutbereich 75 Grad bis 140 Grad. Diese Antennen, von denen es an der Zahl sechs gibt, sind imposante 80 m hohe Anlagen, die sofort an die Segel eines großen Segelschiffs erinnern.  

Um die Mittagszeit (Sendezeit täglich ab 13 Uhr UTC, Frequenz 1.7810 kHz, Sendeleistung 250 kW) ließ Walter Neumann die Antennen via Smartphone vor unseren staunenden Augen in die 145 Grad bis 210 Grad Stellung drehen, um Afrika zu erreichen. Dorthin senden sie Radiosendungen in 30 Sprachen, die, von den Kirchen betrieben, den schwarzen Kontinent mit missionarischen Inhalten versorgen. Das war ein recht spektakuläres Schauspiel, welches erstaunlich geräuscharm vor sich ging.  


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