03.09.2018 | Ausgabe 4/2018

Radio-Hörspielhaus damals und heute

Dolby Atmos Regie im Studio Oslo Quelle: Lasse Nipkow

Im Juni trafen sich 28 VDT und AES Mitglieder im Studio Basel. Das Radiohörspielstudio aus den 70er Jahren wird von Radio SRF zum Ende des Jahres aufgegeben und geht zurück an die Grundeigentümer. Vom Gründer der Schweizer Sektion des VDT, Ernst Neukomm, geplant und in den späten 70er Jahren gebaut, galt es lange als das größte Hörspielstudio Europas.  

Bis heute ist es eines der erfolgreichsten, wovon die vielen Preise und Auszeichnungen zeugen, mit denen die Produktionen der Abteilung für Hörspiel bis heute ausgezeichnet werden. Mit Aldo Gardini konnten wir auch einen Gast begrüßen, der als Techniker und Regisseur das Hörspiel und Feature mitgeprägt hat. Unter den Anwesenden war auch Jürg Jecklin, langjähriger Mitarbeiter als Tonmeister und verantwortlich für unzählige Musikaufnahmen; aber auch für radiotechnische Errungenschaften, die bis in die heutige Zeit von Bedeutung sind. Für alle Teilnehmer war es ein letzter Besuch im Studio Basel, ein Abschiednehmen von dieser Wirkungsstätte. Denn 2019 wird der Betrieb am neuen SRF Kulturstandort Meret Oppenheim-Hochhaus in Basel fortgesetzt, in einem komplett neuen Hörspielstudio.

Studio Basel Quelle: Lasse Nipkow

Studio Basel
Produktionsleiter Lukas Unholz, der unser astgeber war, führte uns ins großzügig bemessene Hörspielstudio. Dort präsentierte er uns die Geschichte des Hörspiels im Radio, gefolgt von einem Rundgang durch die Studios, Regien und Maschinenräume. Danach stellten zwei der Tontechniker Produktionen aus dem Studio in 5.0 vor und zeigten erklärende Bilder dazu. Dies zeigte die Bandbreite der Hörspielproduktionen, die in diesem Studio möglich ist. SRF/tpc lud unsere Gruppe anschließend zum Mittagessen ein, dem ein Rundgang durch die restlichen Newsrooms und Studios folgte. Am Nachmittag traf die Gruppe in den Oslo Studios in Münchenstein ein. Das Studio wurde vor Kurzem fertig gestellt und ist das einzige Dolby Atmos-zertifizierte Mischkino der Schweiz. Karim Baghani, Mitbetreiber und Filmtonmeister des Studios, führte die Teilnehmer durch die verschiedenen Räume. Martin Lachmann von der Firma Applied Acoustics, die die Akustik des Studiokomplexes geplant hatte, erklärte, dass es heutzutage selten vorkommt, ein Studio dieser Größenordnung planen zu können. Der große Aufnahmeraum, der auch als Eventraum genutzt wird, kann auf 231 m2 vergrößert werden. Das Mischkino mit 30 Lautsprechern ist auf den von Dolby Atmos minimal zulässigen 45 m2 untergebracht. Die drei Subwoofer – einer bei der Leinwand, die anderen zwei links und rechts in der Höhe des Mischpultes am Übergang Wand/Decke befestigt -, erzeugten beim Abspielen der obligaten Dolby Atmos-Trailer in Mischposition eine nachhaltigen Eindruck. Die Teilnehmer waren sich einig, dass dies eine gelungene Veranstaltung war.