03.09.2018 | Ausgabe 4/2018

Die Tonmeistertagung feiert einen stolzen runden Geburtstag

30-jähriges Jubiläum

Quelle: Tonmeistertagung

Einmal ist keinmal, bei zwei Malen spricht man schon von einer Serie – ja und beim dreißigsten Mal? Da kann der VDT mit Stolz auf eine Erfolgsgeschichte zurück und mit Zuversicht nach vorne schauen. Die Tonmeistertagung, erstmalig abgehalten in 1949, hat Höhen und manche Tiefen überstanden, sich gewandelt und den sich ändernden Gegebenheiten der Pro-Audio-Branche angepasst. Auch diesmal gibt es wieder neue Ideen, die den großen Kongress mit begleitender Fachausstellung weiterentwickeln und als Publikumsmagnet ausbauen. Lesen Sie hier eine Gesprächsrunde der Macher der Tonmeistertagung über deren Geschichte und Gegenwart.  

30 Mal Tonmeistertagung, ein Grund zum Feiern?
Wolfgang Köhnsen: Auf jeden Fall. Wir nehmen die dreißigste Tonmeistertagung staunend zur Kenntnis! Zum Erfolg dieser Veranstaltung hat vieles beigetragen; anfangs vor allem die enorme Entwicklung der Audioindustrie und der Schallaufzeichnung. Wir sind dankbar, dass wir als VDT mit unseren Förderfirmen und Ausstellern über so lange Zeit – den letzten fast siebzig Jahren seit dem Bestehen des VDT – kooperativ agieren durften. Natürlich steht der Get-together-Abend diesmal unter einer großen 30, die gefeiert wird.  

Günther Theile: Die „3“ aus unserer Jubiläumszahl spielt auch im Programm eine große Rolle. 3D-Audio oder Immersive Audio ist der herausstehende inhaltliche Schwerpunkt dieser Tagung. Ein gutes Drittel aller Beiträge hat einen Bezug zu diesem Thema, gerade so, wie wir es in der Vergangenheit mit anderen neuen Gebieten wie der Digitalisierung oder dem Surround-Sound erlebt hatten. Die Tonmeistertagung repräsentiert auch diesmal den Stand der technischen und künstlerischen Entwicklung in der Branche.  

Bedeutet dies, dass man anhand der vergangenen Tonmeistertagungen auch die Geschichte der Audiotechnik ablesen kann? 
Wolfgang Köhnsen: Ja, und die Geschichte der gesamten Branche. Am Anfang ging es inhaltlich noch um den Wandel von der monauralen Aufzeichnung zur Stereofonie. Man befand sich im analogen Zeitalter der Röhrentechnik. In den Siebzigern kamen die ästhetischen  ragen der Quadrofonie auf, anschließend die aufkommende Digitalisierung der Schallaufzeichnung. Bereits in den Achtzigern diskutierten Experten auf der Tonmeistertagung das Problem der Verwertung digitaler Produkte. Die Neunziger waren geprägt durch einen Aufschwung, der mancherorts wegen der Öffnung der Grenzen zum Osten überschätzt wurde. Viele neue Firmen kamen auf den Markt und die Besucherzahlen stiegen enorm. Die Wirtschafts- und Finanzkrisen zu Beginn unseres Jahrhunderts bedeuteten für die Tagung, dass wir die Ausstellung samt Kongress überdenken und uns noch einmal neu ausrichten mussten.  

Zur Neuausrichtung gehörte auch eine Öffnung des VDT und der Tonmeistertagung, inklusive der Bindung des Nachwuchses an den VDT. 
Carlos Albrecht: Das war mir eine Herzensangelegenheit. Deshalb habe ich das Education Forum stark weiterentwickelt, eine Einrichtung innerhalb des VDT, die ich seinerzeit als Verantwortlicher für die Jugendarbeit von meinen Vorgängern übernommen hatte. Damals war ich noch Institutsleiter des Erich-Thienhaus- Institutes an der Hochschule für Musik in Detmold und konnte dank dieser Position und der Verbindung zu den Förderfirmen   des VDT und den anderen Hochschulen ein Netzwerk aufbauen. Über dieses Netzwerk haben wir die angesagten Kapazitäten der Branche gewinnen können, ihr Wissen während einer Tonmeistertagung an die jungen Kollegen weiterzugeben. Dies war die Geburtsstunde der TMT Academy.  

Gibt es die TMT Academy auch diesmal wieder?
Carlos Albrecht: Das Programm wird wieder sehr verschiedene Academy- Beiträge umfassen. Sie reichen von künstlerischen Aufnahmefragen über technische Sachverhalte bis hin zu eher strategischen Aspekten des Business. Einen Beitrag werde ich selbst halten – über mein Lieblingsthema, die Bigband-Produktion. Beim Blick zurück ist mir aufgefallen, dass die Academy auch alle Belange der Tonmeisterei bedient hatte, ebenso wie die TMT als Gesamtheit. Akustik, Mikrofonierung, Beschallung, Recording, Mischung, Sound-Design, Direct-to-Disc, TVProduktionen; die Liste ist lang. Wichtig war und ist mir dabei, dass die Interessierten nach dem Academy-Workshop eine Möglichkeit haben, persönlich mit den Referenten Kontakt aufnehmen zu können. Das ist Networking von seiner besten Seite! 

Networking war der allererste Grundgedanke, der zur Entstehung der Tonmeistertagung geführt hat…
Wolfgang Köhnsen: Es begann mit Zusammenkünften von wenigen Wissenschaftlern, Professoren und Tonmeisterstudenten in Detmold. Am Anfang war die erste Tonmeistertagung 1949 ein kleiner Kongress, gegründet von Erich Thienhaus. Es entwickelten sich dann in Detmold Fachbegegnungen zu wichtigen Themen, die nicht nur technische Fragen behandelten, sondern durchaus auch die künstlerische Seite des Tonmeisterberufes betrafen. Die Filmtonmeister, die sich in München Anfang 1950 zusammenschlossen, bildeten dann gemeinsam mit der Gruppe aus Detmold und weiteren Tonmeistern den VDT. So kam es also nicht nur zur Tonmeistertagung, sondern auch zur Gründung des VDT, mit dem Netzwerk- Gedanken als treibende Idee.  

Du hast bisher lediglich auf den Kongress abgehoben. Die Tonmeistertagung ist aber doch noch mehr, nämlich eine wichtige Fachausstellung. 
Wolfgang Köhnsen: Ja, in den 60ern etablierte sich die Geräteausstellung als zweites Standbein. Die Besucher interessierten sich nicht nur für die wissenschaftliche Arbeit, sondern auch für die immer besseren Produkte. In den 70er Jahren wuchs die Tonmeistertagung enorm und dann nochmals in den Neunzigern, der Zeit der Digitalisierung, in denen die  Ausstellung sogar mehrere Hallen füllte! 

Das ist heute nicht mehr so. Der allgemeine Trend bei Ausstellungen geht eher hin zu kleineren Ständen – und nicht wenige Fachausstellungen machen gerade schwere Zeiten durch. Die Ausstellung der Tonmeistertagung gilt in diesem Umfeld nach wie vor als Ausnahme. Hält sich dieser positive Trend? 
Gisela Jungen: Wir haben diesem negativen Sog aktiv entgegengewirkt. Es gab schon auch eine dunkle Zeit für die Ausstellung. Besucher der TMT 2004 in Leipzig werden sich erinnern, wie leer die damals noch großzügig in eine Messehalle eingeplante Ausstellung letztendlich war. Seitdem haben wir die Ausstellung eng mit dem Vortragsprogramm verzahnt, die Wege kürzer gehalten und uns Gedanken um eine Besucherlenkung gemacht. Besonders wichtig sind mir der persönliche Kontakt und die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Förder- und Ausstellerfirmen. Damit werden wir unserem Anspruch gerecht, Partner zu sein und eine Plattform für den kollegialen und fachlichen Austausch zu bieten. Ja, diese Maßnahmen haben in der Vergangenheit und auch diesmal wieder Erfolg gehabt!   

Welche Änderungen gibt es denn diesmal?
Gisela Jungen: Für alle Besucher, die nur die Ausstellung sehen wollen, führen wir ein reines Ausstellungs-Eintrittsticket ein. Es ist mit 15 Euro extrem preisgünstig und kann auch online bestellt werden. Damit ziehen wir mehr Besucher in die Ausstellung, nämlich all diejenigen, denen der Besuch des Kongressprogramms zu zeitaufwändig ist. Das wiederum freut die Aussteller, die wieder mit qualifizierten Ansprechpartnern und neuen Produkten nach Köln kommen. Damit bekommen die Besucher viel zu sehen – eine klassische Win-Win-Situation.  

Martin Rust: Und nach vielen Jahren haben wir einen schmerzlich vermissten Aussteller für die Tonmeistertagung zurückgewinnen können: den Verband Deutscher Tonmeister selbst! 

War der VDT in der Vergangenheit denn kein Aussteller auf seiner eigenen Ausstellung?
Martin Rust: Früher schon. Aber dann hat es sich anders entwickelt. Wir kamen irgendwann gar nicht mehr auf die Idee, unseren eigenen Messestand zur TMT auszupacken, mit dem wir in den vergangenen Jahren auf Prolight+Sound Frankfurt, AES Convention Berlin und ISE sowie IBC in Amsterdam unterwegs waren. Die VDT-Referatskollegen haben jetzt beschlossen, das wieder zu ändern. Wir schreiben uns auf die Fahne, den VDT-Stand uf der Ausstellung als gemütlichen Treffpunkt, Ort des Kennenlernens und Informationsquelle für alle Interessierten wieder aufleben zu lassen, und zwar an zentraler Stelle im Erdgeschoss. Wir laden zu gemütlichem Schnack und Ideenaustausch bei Kaffee und Keksen ein für Neugierige, Mitglieder und solche, die es werden wollen.

Der Live Mixing Workshop

Das 3D-Audio-Setup im Adenauer-Saal bietet den idealen Rahmen für den diesjährigen Live-Mixing-Workshop. Er wird, wie schon zahlreiche Male, von den LMW-Partnern Neumann&Müller, Sennheiser, Yamaha und d&b audiotechnik organisiert und am ersten Tag der TMT im Adenauer-Saal abgehalten. Diesmal hat sich das Team ganz auf Spatial Audio und 3D in der Beschallung fokussiert, ein für den mobilen Beschallungssektor relativ neues und spannendes Terrain. In den letzten Jahren haben die passenden Technologien immer mehr an Bedeutung gewonnen und mittlerweile gibt es mehrere Anbieter, die Lösungen speziell für den mobilen Beschallungsmarkt entwickelt haben. Grund genug, dies in der Praxis mit einer Live-Band auszuprobieren und zu vergleichen.  

Wie auch bei früheren LMWs werden Musiker auf der Bühne stehen und ein Hochkaräter der Branche am Mischpult. Dann werden in der praktischen Arbeit Fragen erörtert wie beispielsweise: Was ist der Unterschied zwischen einer normalen  Stereo- und einer ortungsrichtigenBeschallung? Wie funktioniert die Systemplanung? Hat es einen Einfluss auf die Lautstärke? Wie fühlt es sich beim Mischen an, gibt es neue Parameter? Welche Rolle spielt der Direktschall von Schlagzeug, Instrumentenverstärkern und Monitoring? Wie kann/ muss ich mit Effekten umgehen? Was ist sinnvoll, was eher nicht? Was sind Erfahrungen aus der Praxis? Zusammen mit den Workshop-Teilnehmern wird rund um diese Fragen experimentiert, wie man auf dem Gig niemals könnte. Das schafft völlig neue Einblicke!   

Und ansonsten – was ändert sich in diesem Jahr prinzipiell an der Ausrichtung der Ausstellung?
Gisela Jungen: Im hinteren Teil des Boulevards, der Ausstellungsfläche im Erdgeschoss, bietet der VDT neuen Ausstellern aus dem Studiobereich einheitlich gestaltete, kleine Infostände an. Daran anschließend präsentiert sich unter der Flagge des Musik Media Verlags deren bewährte Community- und Workshop- Plattform „Sound & Recording Studioszene“ mit einem kleinen Vortragsplatz. Dort werden verschiedene praxisbezogene Workshops mit Bezug zur Studioszene abgehalten, teilweise unterstützt von den neu gewonnenen Studio-Ausstellern. Auf dieses neue Format sind wir sehr gespannt! Übrigens passen beide Neuerungen, also das reine Ausstellungs-Ticket und die kleine Studioszene-Bühne innerhalb der Ausstellung, sehr gut zueinander…   

Stefani Renner: Neu ist auch, dass die Aussteller in unseren Kongressräumen zu ihren Produkten Workshops halten können. Diese produktbezogenen Beiträge gibt es zwar schon eine Weile, aber sie passten nicht so recht in das wissenschaftlich, künstlerisch und technisch gehaltene Kongressprogramm. Das ist diesmal anders, denn wir haben die Produktbeiträge nun bewusst in die durchgehende, lange Mittagspause des Kongressprogramms eingebaut. Dazu öffnen sich die Räume für alle Besucher,  so dass auch die Besucher mit reinemAusstellungs-Ticket einen Fachbeitrag eines Ausstellers hören können. Das ist ein echter Gewinn, denn viele der wirklich spannenden Projektbeiträge beispielsweise über die Planung und Ausstattung einer herausragenden Konzerthalle, einen Theaterneubau oder eine Tourausstattung sind im Grunde genommen stets produktbezogen.  

Damit sind wir beim Kongressprogramm angekommen.
Wolfgang Köhnsen: Generell hat sich die Landschaft der Messen und Kongresse in den vergangenen acht Jahren stark verändert. Viel Kongresswissen ist durch das Internet schnell zugänglich und der VDT tat und tut auch diesmal wieder gut daran, den Kongressteil auf höchstem Niveau anzusiedeln. Das macht den Kongress heute und so hoffentlich auch in Zukunft attraktiv. 

Günther Theile: Diesmal enthält das Programm außerordentlich viele 3D-Vorführungen, die erfahrungsgemäß stark besucht werden. Deshalb haben wir uns entschlossen, den großen Konrad-Adenauer- Saal im Erdgeschoss mit einer aufwändigen Wiedergabeanlage für 3D-Audio oder Immersive-Audio-Präsentationen einzusetzen. Geplant ist ein flexibles Konzept für diverse Audioformate bis hin zu einem vielkanaligen Ambisonics-Setup. Auch Verfahren im 3D-Live-Event-Bereich werden hier mit akustischen Beispielen behandelt. Auf mehr als 300 Plätzen können die Besucher dann beste Aufnahmen in hoher Wiedergabequalität erleben. Dazu werden wir die Raumakustik dieses doch recht großen Saals mit Hilfe eines Raum-in Raum-Aufbaus optimieren. Die Verlegung des 3D-Raums hat zudem den Vorteil, dass ein wichtiger Programmteil dichter im Bereich der Ausstellung liegt, ganz im Sinne der gewünschten Integration von Programm und Ausstellung.  

Wie sieht die programmliche Nutzung der übrigen Räume R1 bis R4 im Obergeschoss aus?
Günther Theile: Die beiden größeren Räume mit jeweils etwa 200 Plätzen erhalten ein Surround-System (R3) beziehungsweise eine Sprachbeschallung plus unsere 120 VDT-eigenen Kopfhörer für Themen der Binauraltechnik (R4). R1 mit 90 Plätzen wird mit einem kleinen, aber feinen 3D-Audio-System ausgestattet. Damit bieten wir mehr als genug Möglichkeiten, Immersive Audio, 3D-Audio und binaurale Kopfhörerwiedergabe auf höchstem Niveau zu beurteilen. Die Binauraltechnik hat eine zunehmend hohe Bedeutung bekommen, nicht nur für die virtuelle Darstellung von Mehrkanal-Lautsprecherstudios, sondern besonders getrieben von der Entwicklung im Segment Virtual Reality und Augmented Reality. Diese Verfahren sind längst aus seinem Nischendasein herausgekommen und haben in der Consumer-Technik Anwendung gefunden. Der kleinste Raum, R2, wird mit einer reinen Sprachbeschallung und etwa 85 Sitzplätzen überwiegend für die wissenschaftlichen Vorträge genutzt.  

Stefani Renner: Hier kommt auch die enge Kooperation mit der AES zum Ausdruck. Erstmalig bieten wir in dem wissenschaftlichen Vortragsprogamm die so genannten AES Reviewed Papers an, also einen Peer-Review der eingereichten Arbeiten durch das Team der Central European Region der Audio Engineering Society. Der Wissenschaftler erhält damit ein qualitatives Feedback der Arbeit sowie die Anerkennung des Papers als wissenschaftliche Veröffentlichung und der Besucher profitiert von der großen Aktualität und Qualität der Beiträge. 

Hörwelten: Audioangebote in Zeiten von Smart Speaker, Audio Streaming und Personal Audio

IRT-Thementag im Rahmen der Tonmeistertagung,
Mittwoch, 14. November 2018, 10.30 – 17 Uhr

In einer Medienwelt, die dominiert wird von einem überquellenden Angebot an Videos in allen Genres, Formaten und Auflösungen, behaupten sich Audioangebote als ein stets beliebter Begleiter in allen Tagessituationen. Laut der Medienanalyse  MA 2018 erreichen RadioundAudioangebote mit 98,6 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren fast jeden in der Bevölkerung. Die Radionutzung bleibt damit stabil auf hohem Niveau. Dazu kommt, dass Podcasts und Hörbücher  immer mehr in Mode kommen, die Einschaltquote von Hörspielen steigt undmit Sprachassistenten wird Audio zur Schnittstelle zwischen Mensch und digitaler Welt.  

Der diesjährige Thementag des IRT auf der Tonmeistertagung richtet sich an Audio-Profis und Hör-Fans und steht ganz im Zeichen von derzeitigen und zukünftigen Audioangeboten und deren Nutzung. 

Zum Auftakt wird die Studie „Planet Audio 2025“ vorgestellt. Darin werden Perspektiven der Radio und Audionutzung der Zukunft behandelt. Weiter  Vorträge widmen sich der Nutzung vonSmart Speaker im Radioumfeld, dem Trendmedium Podcast und der ARDAudiothek. Im zweiten Teil geht es um neue Ansätze, wie sich der Audio- und Radiokonsum künftig personalisieren lässt. Zum Abschluss widmet sich der Thementag mit IP, DAB+ und 5G den Verbreitungswegen von heute und morgen. Das Veranstaltungsprogramm wird voraussichtlich ab Mitte September 2018 auf der Webseite des IRT (www.irt.de) veröffentlicht.  

Das Programm deckt demnach beide Bereiche, die Wissenschaft und die Praxis gleichermaßen ab?
Günther Theile: Ja, beides ist für ein gutes, erfolgreiches Programm wichtig. Die Wissenschaft zeigt in die Zukunft und stellt den Motor der Entwicklung dar. Und die Praxis und das Hören haben auf der Tonmeistertagung naturgemäß einen hohen Stellenwert. Auffällig ist hierbei, dass die Zahl der 3D-Audio-Beiträge mit künstlerich-kreativen Inhalten zugenommen hat. Offenbar wird die Entwicklung in diesem Bereich inzwischen verstärkt von Tonschaffenden wahrgenommen und ausprobiert. Genau dieses Zusammenwirken von Entwicklung und Anwendung ist eine wichtige Intention der Plattform Tonmeistertagung. Der Besucher kann diesmal auf besten Wiedergabesystemen sehr viele verschiedene Aufnahmekonzepte für die vielen aufkommenden Immersive-Audio-Formate beurteilen und Produktionen von den Pionieren der Branche hören. Die Hörbeispiele werden einen wesentlich größeren Umfang annehmen als noch vor zwei Jahren.  

Stefani Renner: Dazu passt auch der internationale Studenten-Wettbewerb für 3D-Audio-Produktionen in Ambisonics, den wir diesmal in das Programm der Tonmeistertagung einbetten, mit dem IEM in Graz als kompetenten Initiator. Beim letzten Mal gab es dabei herausragende Aufnahmen zu hören – und wo kann man das heute schon? Da bietet die TMT eine wirklich gute Gelegenheit für alle, die künstlerisch- ästhetisches Interesse an den neuen Aufnahmeformaten mitbringen.  

Jetzt sind wir schon wieder auf 3DAudio zurückgekommen. Welche anderen Themen gibt es denn noch im Kongressprogramm?
Stefani Renner: Wir haben wieder erfreulich viele Beiträge und Workshops über die praktische Tonmeisterarbeit. Aufnahmetechniken, Mastering-Geheimnisse, Mikrofonierung und die Diskussion von außergewöhnlichen Produktionen nehmen großen Raum ein. Die Beschallung wird gleich in mehreren Sessions beleuchtet und dann gibt es die Standard-Themen wie Restaurierung, Vernetzung, Wahrnehmung und Ästhetik und vieles mehr. Wir organisieren zu nahezu allen Themen der Pro-Audio-Branche zumindest eine Session, so dass jeder Fachbesucher etwas Passendes finden wird. Bald wird das gesamte Tagungsprogramm unter https://tonmeistertagung.com online gestellt.  

Damit sind wir den weiten Weg von der ersten Tonmeistertagung bis zum Ausblick auf das 30. Jubiläum im November gegangen. Wolfgang, willst Du als offizieller Ausrichter der TMT das Schlusswort haben? 
Wolfgang Köhnsen: Gerne, und ich möchte auf die Bedeutung dieses Branchentreffs hinweisen. Die TMT wurde in den Jahrzehnten zu einer beliebten Begegnung der großen Audiofamilie und das ist sie bis heute geblieben. Kommen Sie wieder nach Köln, sehen Sie die neuesten Produkte, lernen Sie die aktuellen Fakten, hören Sie die trendigsten Aufnahmen und Netzwerken Sie mit uns und der ganzen Branche. Wir freuen uns auf Sie!  

WOLFGANG KÖHNSEN, Geschäftsführer des Bildungswerks des VDT, dem offiziellen Ausrichter der Tonmeistertagung / Foto: Uli Apel
CARLOS ALBRECHT, Präsident des VDT und Kurator der TMT Academy
MARTIN RUST, Referatskoordinator des VDT / Foto: Uli Apel
GÜNTHER THEILE, VDT Vorstandsmitglied und seit langen Jahren verantwortlich für die Programmgestaltung des Tonmeistertagungs- Kongressprogramms
GISELA JUNGEN, Leiterin der Geschäftsstelle und Organisatorin der Tonmeistertagung
STEFANI RENNER, Geschäftsführerin des VDT und Programmkoordinatorin

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