10.07.2018 | Ausgabe 3/2018

Bericht vom 2.Schoeps Mikroforum

Quelle: Sasha Boas, Florian Gundert

Da MikroForum, das sich den Themen Mikrofontechnik, Musikaufnahme und Filmton widmete, hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt 3D-Audio und VR. Zahlreiche Toningenieure stellten ihre Arbeit vor und demonstrierten sie praktisch. In diesem Bericht können wir davon nur einen groben Überblick geben - wer die Vorträge hören und sehen will, dem sei schon an dieser Stelle die „SCHOEPS Mikrothek”(www.mikrothek.schoeps.de) ans Herz gelegt, eine Sammlung der Aufsätze und Videos mit den meisten Vorträgen.

Auf die Mikrothek und damit die Möglichkeit, die Vorträge (nochmal) zu sehen, freuen sich auch die Besucher des Mikro-Forums: Hatte man sich eine der begehrten Tickets gesichert und konnte nach Durlach reisen, stand man vor der Wahl ,für welche der allesamt spannenden Vorträge und Workshops in den zwei Räumen man sich entscheiden sollte. Neben dem großen Festsaal stand diesmal ein parallel genutzter, zusätzlicher „3D-Raum” mit einer 9.1 Anlage zur Verfügung, der für praktische Workshops und 3D-Demos genutzt wurde.

Quelle: Sasha Boas, Florian Gundert

Das etwas andere Event

Das MikroForum fand 2016 zum ersten Mal statt. Damals hatten die Karlsruher vor, ein Event etwas anders als üblich und ganz nach der Philosophie der Mikrofonschmiede zu gestalten: klein,aber fein, persönlich und mit Qualität statt Quantität. Das Konzept schlug damals ein und fand sofort viele begeisterte Anhänger. Deshalb entschied man sich schnell zur Wiederholung und so war auch in 2018 eine Veranstaltung organisiert, die wie beim erfolgreichen Erstling darauf setzte, mit guten Vorträgen, familiärer Atmosphäre und einer schönen Zusammenkunft der ProAudio-Familie zupunkten.

Das schaffte man mit einer Mischung aus vielen Aspekten. Den Kern stellte neben den vielen Führungen durch die benachbarte Firma Schoeps das Vortragsprogramm dar, das von Schoeps Co-Geschäftsführer Helmut Wittek zusammengestellt wurde. Er lud viele Experten und Toningenieure ein, etwas von ihrer Arbeit und dem „How-To” zu erzählen. Die Vortragenden, viele von ihnen langjährige Kunden und Freunde der Firma, verstandenes ausnahmslos gut, mit einer Mischung aus vielen Demos und Powerpoint Präsentationen einen Einblick in ihre Arbeitsweise zu gewähren.

Die diesjährigen Schwerpunkte 3D-Audio und VR zogen sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung, sodass viele der Beiträge aufeinander aufbauten und den Teilnehmern viel neues Wissen brachte. Dass die Vortragenden bei einer solchen Veranstaltung selber Zuhörer der jeweils anderen Vorträge sind, ist ebenso hilfreich wie die Tatsache, dass das Publikum jeweils immer dasselbe ist und so durch alle Vorträge ein Spannungsbogen erzeugt wird. Gerade bei so schwierigen neuen Themen wie „Audio für VR” führte dies zu neuen Erkenntnissen, die andernorts oft im Dickicht zwischen Marketing und Unvermögen versacken.

Auch die kleine, aber gut zusammengestellte Ausstellung passt zum Konzept der Veranstaltung. Die 21 Firmen, die mit Informationen aus erster Hand an ihren Tisch-Ständen zur Verfügung standen, sorgten ebenso wie das perfekte Catering für ausgelassene Stimmung unter den über 200 Gästen aus dem Pro Audio-Bereich. So erwartete das nach den Erfahrungen des 1. MikroForums vor zwei Jahren wohl auch jeder, denn die Tickets waren wenige Stunden nach Beginn der Anmeldung im Januar fast ausverkauft.

Quelle: Sasha Boas, Florian Gundert

Programm

Das Vortragsprogramm fand diesmal in zwei Räumen parallel statt. Der Festsaal mit ca. 150 Sitzplätzen wurde wieder von der Firma Concept-A mit Akustik-Modulen und Molton in einen sehr guten 2.1 Demoraum verwandelt. Dieselbe Verwandlung gelang ihnen auch mit dem 35 Personen fassenden 3D-Raum im 2. Stock der Karlsburg, der für Workshops und Demos in 9.1 bestens geeignet war - mit einer überzeugenden Monitor-Anlage, die Genelec zu Verfügung stellte. Das Demosystem in beiden Räumen komplettierten die VR-Systeme, die in einem zusätzlichen Raum im 2. Stockf ür Demos vorbereitet waren sowie das Kopfhörersystem des VDT, das dem Fördermitglied Schoeps für das MikroForum überlassen wurde.

Das Programm stand ganz unter dem Motto 3D und VR, aber es ist eine schöne Tradition in Durlach, das die ganz realen Themen behandelt werden, die die meisten Tonmeister in ihrer täglichen Arbeit berühren, und zwar Mikrofontechnik, Aufnahmetechnik, Studiotechnik - und das in mehreren Bereichen, darunter klassische Musik, Popmusik, Filmton und Beschallung.

Den Anfang machte Helmut Wittek (Schoeps) mit seinem Vortrag „Stereo ist schon schön - immer noch…”, in dem er die Thematik der Mikrofontechnik für 3D Audio aus tonmeisterlichem Blickwinkel betrachtete. Genauso wie Florian Camerer (ORF) mit seinem Vortrag am nächsten Tag klärte er darüber auf, welche Rolle gute, stereofone Aufnahmetechnik spielt, auch wenn bei VR das Übertragungsformat Ambisonics heißt.

Ambisonics ist eben nicht die Mikrofontechnik für 3D-Audio und VR, sondern das mächtige Speicherformat, was oft verwechselt wird.

Die Vorträge von Felix Krückels von LAWO,d er seit Jahren 3D-Audio in der Praxisum setzt, und Martin Mayer (MisterMaster) behandelten genauso die Mikrofon-Aufnahmetechnik wie der Vortrag von Stephan Flock (Emil-Berliner-Studios). Alle drei konnten ihre jeweils eingesetzte, sehr individuelle Mikrofontechnik sehr kompetent beschreiben und die Gründe für ihre Wahl erläutern. Krückels, der bei Sportatmo Aufnahmen auf kompakte Setupsmit Pegel- und Laufzeitunterschieden setzt (ORTF-3D), genauso wie Mayer, der bei Beschallung mit dem Einsatz de rOCT-Technik Erfolg hatte. Flock wählte für seine Aufnahme mit Bild in der sixtinischen Kapelle des Vatikans genauso Laufzeittechniken wie ein koinzidentes Mikrofon, die er gekonnt mischte. Auch Ralph Kessler (masterpinguin), Stefan Zaradic und Stefan Bock (IAN/msm studios) führten ihre überzeugenden 3D-Aufnahmen vor.

Jörg Wuttke, ehemaliger technischer Direktor von Schoeps, war ebenso als Redner vertreten und sprach über die Geschichte der Mikrofonentwicklung. Die Popmusik-Toningenieure Benedikt Maile (freier Producer) und Markus Born (kleine audiowelt) bereicherten die Riege der Vortragenden am ersten Tag genauso mit ihren Beiträgen. Bevor Thomas Lund von Genelec im Festsaal an der Reihe war, konnte Hyunkook Lee im 3D-Raum seine Thesen zur optimalen Mikrofonierung von 3D-Stereo überzeugend mit Demos erläutern.

Andreas Ehret von Dolby konnte über seine Aufnahmen mit einem Schoeps Triple-MS-Mikrofon berichten, einer Sonderanfertigung,die vielleicht bald ins Standardprogramm des Mikrofonherstellers kommt. Musikproduzent Benedikt Maile zeigte daraufhin mit Systemingenieur Daniel  Schiffner seine Experimente mit binauraler Popmusik.

Quelle: Sasha Boas, Florian Gundert

Hans Riekehof-Böhmer von Schoeps eröffnete den zweiten Tag mit seinem Vortrag über die Dynamik des Mikrofons. Florian Camerer (ORF) führte danach in die lange VR-Session ein, indem er mit seinem Vortrag „Die Kirche, das Dorf und 3D-Audio - was gehört wohin?” in bester Tonmeistermanier Ambisonics anschaulich erklärte und klar machte, dass eine optimale Mikrofontechnik nicht koinzident ist, was er auch mit seinem riesigen „Doppel-UFIX” Atmo-Mikrofon aus neun Schoeps CCM 21 breiten Nieren in großen Abständen untermauerte. Hannes Dieterle und Helmut Wittek (Schoeps) referierten danach über „Mikrofontechnik für VR”. Dieser Beitrag ist inzwischen im Internet vieldiskutiert und in deutscher und englischer Sprache bei YouTube zu sehen. Dieterle zeigte klar, welcher Zusammenhang bei VR und 360 Grad-Videos zwischen Mikrofonformat und dem Format, in dem der Ton zum Hörer gebracht wird, besteht.

Erführte zahlreiche Demoaufnahmen auf den Kopfhörern vor, meist mit ORTF-3D aufgenommen.

Die VR-Session ging spannend weiter mit Tom Parnell (BBC) und Daniel Deboy (DELTA Soundworks), die von ihrer Arbeit an VR-Projekten berichteten. Beide haben schon viele Mikrofon techniken verwendet und zeigten sich sehr anspruchsvoll in der passenden Wahl der Werkzeuge.

Das Thema Filmton wurde von André Zacher präsentiert, der sowohl einen eigenen Beitrag mit Alexander Buck über die Qualität des Dialogtons im Gepäck hatte, als auch die beiden Beiträge von Felix Andriessens und Emil Klotzsch moderierte. Andriessens (Ton und Meister) führte sein selbst erdachtes Atmo-Mikrofonsetup vor und kündigte an, das er seine Simultanaufnahmen für alle auf www.hauptmikrofon.de zugänglich machen wird.

Emil Klotzsch (tonsturm), ein Sound Designer und Sammler von Atmo-Archiv-aufnahmen zeigte, wie er zu seinen atemberaubenden Sound-Samples kommt. Als guten Abschluss der Tagung rundete eine Podiumsdiskussion das dichte Vortragsprogramm ab. Florian Camerer moderierte diese spannende Runde, die sich mit der Realität des 3D-Audio und dessen Zukunftschancen beschäftigte.

Auf ein Neues

„Wir sehen uns in 2020”, war der Tenor beim Schlussapplaus, denn jedem war klar, dass das 2. MikroForum ein außerordentliches Erlebnis war, das man wiederhaben möchte. Man war sehr glücklich über die gute Stimmung und die hohe Qualität der Beiträge. Karin Fléing, Co-CEO von Schoeps, bedankte sich abschließend auch für die gute Laune aller Gäste, für die sich die großen Anstrengungen des Teams bei Schoeps im Vorfeld allemal bezahlt gemacht hätten. Das Schoeps MikroForum ist ein Beispiel dafür, wie man mit Passion und Kompetenz ein kleines, aber für Besucher, Aussteller und nicht zuletzt auch den Organisatorlohnen des Event veranstaltet. 

Es bleibt zu hoffen, dass es solche Veranstaltungen öfters geben wird, und auch der VDT ist darum bemüht, öfter als Partner von Firmenseminaren in Erscheinung treten zu können.

Das MikroForum ist in seiner Internet und Videopräsenz (YouTube und mikrothek.schoeps.de) für alle nachzuempfinden.


Shure Axient Digital – die Zukunft der digitalen Drahtlostechnologie

Hardware und Skalierbarkeit

Eine Bandbreite von bis zu 184 MHz ermöglicht eine enorme Abdeckung des Spektrums. Die 2- und 4-Kanal-Empfänger, die zusammen eine Empfänger-Plattform bilden, unterstützen die AD und ADX Sender inklusive dem ADX1M Micro-Taschensender und sorgen damit für maximale Skalierbarkeit. 

Hohe HF-Performance

Axient Digital ist komplett auf größte Signalstabilität ausgelegt und wird damit allen Anforderungen großer Produktionen gerecht. True Digital Diversity mit Quadversity Empfängertechnologie minimiert die Gefahr von Signalabfällen oder Interferenzen, die zu Dropouts führen können.

Steuerungs- und Kontrollfunktionen

Axient Digital ist mit der Wireless Workbench für effiziente Konfiguration und Kontrolle kompatibel, die ShurePlus Channels App ermöglicht Spektrum-Management und Frequenz-Monitoring. Die Dante Cue und Dante Browse Funktionen erlauben das Abhören jedes Dante-Gerätes im Netzwerk.