26.04.2018 | Ausgabe 2/2018

Musikalisches Sound Design

"Für mich hat der Klang der Zeit nichts Trauriges" (Roland Barthes)

Sampling einer Folie mit Neumann D-01. Quelle: Nirto Karsten Fischer

Dieser Beitrag sollte als eine Form des Essays verstanden werden, der in lockerer Form das Feld Sound Design beleuchtet. Es ist ein kein historischer Abriss, keine genaue Systematisierung, sondern der Versuch einer Kategorisierung aus einer individuellen Entwicklungsgeschichte heraus, in der Klang, hier oft synonym zu Sound benutzt, im Leben eine zentrale Rolle spielt. Dieser teils essayistische Beitrag kann also auch im Sinne Adornos gelesen werden: Der Essay „möchte mit Begriffen aufsprengen, was in Begriffe nicht eingeht.“

Als Komponist, der vom Klang ausgeht, ist die Gestaltung des Sounds Alltagsgeschäft. Angeregt wurde ich wesentlich durch Klang, nicht zuvorderst von Musik in der üblichen Weise. Wer, wie ich, schon sehr früh als Teenager in einem Stahlwerk war und dort, eingehüllt von den beeindruckendsten Sounds, ein synästhetisches Feuerwerk erlebte, dessen eigener Körper von Klang erfüllt wird, ausgelöst durch Tonnen von Stahl, die zu Boden fallen, der hat gewisse Maßstäbe bereits mühelos gewonnen. Die ‚Befreiung‘ des Klanges, von der Busoni sprach, musste für mich gar nicht stattfinden – dieser war für mich nie eingesperrt im Instrumentenklang. Die ergänzende Entwicklung zum Tonmeister ergab sich aus meiner kompositorischen Arbeit ganz selbstverständlich.

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4 Seiten