26.04.2018 | Ausgabe 2/2018

Besuch der Barenboim-Said Akademie und des Pierre-Boulez-Saals

Edward Said: „Humanismus ist die einzige, genauer gesagt, die letzte Verteidigungslinie, die wir haben“

Der Pierre- Boulez-Saal in der Barenboim- Said Akademie in Berlin / Quelle: Klaus Fritz

Aus der Freundschaft des argentinisch- israelischen Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim mit dem amerikanischen Literaturtheoretiker und -kritiker palästinensischer Herkunft Edward Said, entstand 1999 in Weimar das Orchester des West-östlichen Divans. Dieses Orchester bestand zuerst zu gleichen Teilen aus israelischen und palästinensischen Musikern.

2012 folgten unter dem Leitgedanken „Bildung durch Musik“ in Berlin die Barenboim-Said Akademie und der Pierre-Boulez-Saal.

Die Regionalgruppe Berlin des VDT besuchte im März dieses ungewöhnliche und spannende Projekt etwa ein Jahr nach der Eröffnung des zur Akademie gehörenden Pierre Boulez Saales. Wie kann in unserem fest geprägten Politik- und Kulturbetrieb ein solch ungewöhnliches und anspruchsvolles Projekt entstehen und dann auch noch so schnell aufblühen? Ein Feuerwerk erschöpfender Antworten zu allen damit verbundenen Themen gibt uns Dr. Carsten Siebert, der Kanzler (CFO/COO) der Akademie. Als Bauherrenvertreter während der Projektphase und heutiger Direktor der Barenboim-Stiftung unterrichtet er zu kulturphilosophischen Themen wie beispielsweise der „Philosophie des Geistes“ oder „Kulturwissenschaft /-management“ und das an diversen Hochschulen. Der ihn durch alle Sphären leitende Grundtenor lautet: „Intellectually curious and content-driven, but structured, goal-orientedand tenacious“.

Zielorientierte Urgenten, phantasievolle Künstler und Strategen wie Barenboim und Siebert, lassen es sich nicht zweimal sagen, dass die für die Renovierung der Lindenoper zuerst veranschlagten 239 Millionen Euro die Sanierung des Kulissen-Magazingebäudes leider nicht einschließen kann. 

Sie schürfen etwa 16 Millionen Euro in Stiftungen etc., bekommen dafür weitere 20 Millionen vom Land Berlin und verwandeln damit ein notdürftig nachkriegssaniertes Innenstadt-Gebäude in eine Akademie und einen eben nicht nur optisch faszinierenden Konzertsaal für etwa 720 Besucher.

Der unter Freunden kostengünstige Entwurf stammt vom US-amerikanischen Architekten Frank Gehry und für die Akustik steht der japanische Akustiker Yasuhisa Toyota. Und weil alle von dem Projekt so angetan waren, gab es einen japanischbajuwarischen Schulterschluss in Sachen Akustik zu den Kollegen von Müller BBM, die unermüdlich gegenrechneten und so zum akustischen Wunder das mathematische Pendant lieferten. Das kongeniale Resultat führte u.a. zur Forderung nach 30% akustisch offenen Balkonbrüstungen der rundum laufenden horizontal geschwungenen Ränge.

Diese Akustik kann sich und die Musiker hören lassen, wobei gefrotzelt wurde, ein Wunder sei eben doch schöner als ein mathematisches Ergebnis.

Gehry nahm die von seinem Freund Pierre Boulez artikulierte Kritik an den Schuhschachteln für Musik auf, an deren Seite die Spieler gepfercht werden, als gehörten sie nicht zu den Leuten, für die sie spielen. Die ovale frei bespielbare Zentralbühne bietet durch die teilweise, vollständig oder eben gar nicht unter die Umgänge versenkbaren Publikumspodeste diverse Bühnengestalten für kammermusikalische Besetzungen bis zu großen orchestralen Formationen.

Die Besonderheiten der Aufführungspraxis beginnen in diesem Saal bereits beider zentralen Aufstellung eines Streichquartetts. Jeder Spieler sieht ca. 220 Grad des Zuschauerbereichs um sich und wird auch so gesehen. Dieses Gefühl intimer Interaktion mit dem Publikum in diesem Raum mit überschaubarer Größe gilt den Machern als Teil der Philosophie, des musikalischen Zwiegespräches wie an einem Lagerfeuer. Manche Künstler drehen in der Pause ihre Aufstellung inclusive dem Flügel um 180 Grad, um möglichst vielen Plätzen verschiedene Eindrücke zu vermitteln.

Der Raum ist ganz aus Holz. Es duftet noch immer nach dem frischen Zedernholz der Wandflächen, für das der Libanon schon im alten Judäa berühmt war .Es gilt als besonders resonanz freundlich.  

Dr. Scherer im Boulez-Saal / Quelle: Klaus Fritz

Alles atmet permanent mit ihm in einer flirren Atmosphäre. Die Krümmung des ovalen Grundrisses liegt im Rechteck des Gebäudegrundrisses und verschränkt sich zu den darüber unregelmäßig wellenartig gestalteten Zuschauerrängen. Die farblich ungewöhnlichen Sitzpolster der unterschiedlich großen Sitzflächen geben Tupfer dazu.

Der Saal hat keine Regiekabinen und keine PA-Anlage. Beides wird gerade nachgeholt. Die Kabinen kommen wohl über den Saal, wo noch immer Rohbau herrscht und man über Kamerasicht in den Saal fahren müsste. Mindestens eine sensible,fast unmerkliche elektroakustische Unterstützung einzelner Instrumente wäre manchmal eben doch wünschenswert. Das Beispiel der arabischen Oud, die zu modernen Instrumenten passen soll, wird hierfür erwähnt. An einer solchen Lautsprecheranlage wird zurzeit experimentiert. Viele der führenden Hersteller waren bereits vor Ort.  

Barenboim wollte keinen normalen Konzertsaal, er wollte einen besonderen und er hat einen ganz besonderen bekommen, der manchmal sogar im sonnigen Tageslichter strahlen kann.

Von den rund sieben Millionen Euro, die 2017 für den laufenden Betrieb eingeplant sind, stammen fünfeinhalb aus dem Bundeshaushalt. Die Begründung: Es sei ein übergreifendes Projekt mit einer besonderen Ausstrahlung, kulturpolitisch,bundespolitisch und außenpolitisch. Das stimmt!           


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