19.02.2018 | Ausgabe 1/2018

Herausforderungen des digitalen Wandels für Tonmeister und den VDT

Führ mich zum Schotter

Im Heft 5-2017 des VDT Magazins wurde die rein technische Seite der möglichen Ausdehnung der Zurverfügungstellung durch Onlineabruf von Inhalten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten beschrieben. Dies ist zwar technisch längst gut umsetzbar, geht aber mit komplexen juristischen und gesellschaftlichen Fragestellungen, die sich in einer schwebenden Diskussion befinden, einher. Seit Beginn meiner Vorstandstätigkeit engagiere ich mich zusammen mit Hans Schlosser für den VDT intensiv in diversen Branchengremien und in Verhandlungen mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk für die monetären Interessen der Tonmeister. Auch spielt dies bei der Klärung mit der VG Bild-Kunst und GVL bezüglich des Anspruches von Tonmeistern an pauschalen Vergütungen von Urheberleistungen eine Rolle.

Wandel der Wertschöpfungskette

Seit gut zehn Jahren besteht eine Auseinandersetzung, wie der Abruf von Content in der digitalen Welt vergütet werden soll. Sicher kennen noch viele die Forderungen der Piratenpartei aus dem Jahr 2012,  die (verkürzt) meinten, eine Vergütung sei im Grunde nicht vorgesehen. Dies mag heute in der Nachbetrachtung  und nach dem raschen Untergang der Piratenpartei skurril anmuten, tatsächlich wurde dies aber in den  Chefetagen der Parteien ernsthaft diskutiert. Eine breite Allianz von Urhebern und Verwertern organisierte sich dagegen und konnte die Politik weitgehend von der Notwendigkeit klassischer Verwertung überzeugen. Zwischenzeitlich hat sich der Verwerter markt längst so entwickelt, dass es ordentliche Bezahlstrukturen und einfache Abrufmöglichkeiten  von online zur Verfügung gestellten Inhalten gibt. Weiterhin diffus ist jedoch die angemessene Folgevergütung von Urhebern und Leitungsschutzberechtigten.

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