19.02.2018 | Ausgabe 1/2018

Sprachverständlichkeit in Beschallungssystemen

Beschallung mit hoher Sprachverständlichkeit trotz akustisch ungünstiger Situation in einer Galerie. Bild: Karl M. Slavik

„Wie bitte? Das habe ich nicht verstanden.“ Wenn Zuhörern dieser Satz durch den Kopf geht, hat Beschallung nicht funktioniert – am Bahnsteig ebenso wenig wie im Konzertsaal. Die Messung der Sprachverständlichkeit ermöglicht nicht nur eindeutige Aussagen über den Ist-Zustand und die Qualität von Beschallungssystemen, sie gibt auch wichtige Hinweise für die Optimierung der Anlagen.

Am 24. Dezember 1915 wurde in San Francisco die erste Großbeschallung der Geschichte durchgeführt, rund 100.000 Zuhörer wurden am Weihnachtsabend mit klar verständlicher Sprachinformation versorgt. Man sollte meinen, dass die letzten hundert Jahre zu einer weitgehenden Perfektion von Beschallungssystemen führten und schlechte Sprachverständlichkeit heute nur mehr ein Relikt aus fernen Tagen ist. Doch die tägliche Beschallungspraxis ist leider oft anders: Mangelnde Sprachverständlichkeit und ein allgemein grottiger Sound befinden sich nach wie vor im Repertoire der festinstallierten, aber auch mobilen Beschallungstechnik. Ärgerlich, wenn man dafür auch noch Eintritt bezahlt hat. Gefährlich und gesetzwidrig, wenn deswegen gesprochene Warnhinweise nicht verstanden werden.

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