19.02.2018 | Ausgabe 1/2018

Gesang und Stimme klassisch aufnehmen

Was die Stimme verraten kann

Jeanne d'arc Probe, mit dem RSO Stuttgart unter Helmuth Rilling. Bild: Holger Schneider

Eine Produktion mit der menschlichen Stimme ist immer eine besondere Herausforderung. Vielleicht weniger in klanglicher Hinsicht, auch wenn es hier die kniffligsten Situationen geben kann, sondern mehr in musikalischer und tonmeisterlicher Hinsicht. Die Stimme als Instrument, das unmittelbar mit dem menschlichen Körper und der Seele verbunden ist, reagiert empfindlich auf äußere und innere Einflüsse. Das können die Akustik und Atmosphäre des Aufnahmeraums sein, genauso wie schlechter Schlaf oder vorangegangener Ärger, die Stimme verrät so manches. Nicht immer hat dies direkte Auswirkungen auf die Produktion, denn Sänger sind Profi genug, damit umzugehen. Es entscheidet aber oft genug zwischen einer „ganz gut“-en und einer herausragenden Produktion.

Liedproduktion

Ich wurde kürzlich gefragt, wie man eine intime Atmosphäre bei Liedproduktionen erreicht. Meine Antwort: Licht dimmen, die Unordnung im Studio beseitigen, den Kontakt zwischen den Musikern erhöhen (dazu gleich mehr), vielleicht einen Rotwein bereithalten und natürlich eine warmherzige, einfühlsame Aufnahmeleitung.

---

6 Seiten