08.02.2017 | Ausgabe 1/2017

Aus unterschiedlichen Welten …

Tiefenstaffelung in 3D für Popmusik

(Bildquelle: Caroline Reucker und Lasse Nipkow)

Bei 3D-Aufnahmen akustisch aufgenommener Musik sind Tiefenstaffelung und Umhüllung miteinander verwoben und können nicht ohne weiteres voneinander getrennt bearbeitet werden. Sollen gleichzeitig Umhüllung und Tiefenstaffelung in einer 3D-Mischung in beeindruckender Weise dargestellt werden, können Instrumente nicht zeitgleich im selben Aufnahmeraum aufgenommen werden; jedes Phänomen ist separat als eigene Klangebene aufzunehmen. Bei Popmusik wird in der Regel nicht in großen Räumen mit stark ausgeprägter Akustik aufgenommen, sondern mit Computern produziert und der Raumklang nachgebildet. Dies führt einerseits zu einer enormen Gestaltungsfreiheit, andererseits sind einige Regeln der Psychoakustik einzuhalten, damit die gewünschten Effekte erzielt werden können.

1. Einführung

3D-Audio Formate wie AURO 3D und Dolby ATMOS sind bezüglich der Lautsprecheranordnung kompatibel mit Stereo. Somit können dieselben Regeln der Psychoakustik angewendet werden.Die Distanzwahrnehmung wird bei Stereo-Produktionen in erster Linie durch das Verhältnis zwischen Direkt- und Raumschall bestimmt: Überwiegt der Direktschall, wird die Distanz einer Schallquelle als klein empfunden, überwiegt dagegen der Raumschall, wird die Distanz als groß empfunden.

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