12.09.2016 | Ausgabe 4/2016

Raumakustik von Heavy-Metal bis Klassik

Variable Raumakustik in Multifunktions-Häusern

Foto: Gerriets

Seit einigen Jahren ist der Trend zu beobachten, dass klassische Konzerte nicht nur in dafür vorgesehenen Konzerthäusern dargeboten werden, sondern gerne auch „Off-Locations“ bespielt werden. So spielte das London Symphony Orchestra in den Audi-Werkshallen ein Sommerkonzert, über das im VDT Magazin 4-2015 berichtet wurde. Um die große Industriehalle für ein klassisches Konzert umzurüsten, war eine Menge an flexibler und mobiler Akustikmaßnahmen notwendig. Andererseits werden aus verschiedenen Gründen immer häufiger populärmusikalische Formate wie zum Beispiel Galas, Shows oder Rock-Konzerte in Konzert- und Opernhäusern aufgeführt. In diesen Fällen kommt es häufig vor, dass die raumakustische Situation des Hauses dem Event angepasst werden muss und somit keine feststehende Raumakustik eingebaut werden kann. Technische Lösungen für diese Problematik können Systeme wie drehbare Wandelemente, Vorhänge, Rollbanner, elektroakustische Korrektursysteme oder sogar aufblasbare Absorber sein. 

DER WICHTIGSTE FAKTOR: NACHHALLZEIT Die Nachhallzeit ist die wichtigste und älteste raumakustische Kenngröße. Im Gegensatz zu den meisten anderen beschreibenden Größen in der Raumakustik ist die Nachhallzeit auch von Laien leicht erkennbar und meistens deutlich wahrnehmbar. Als Nachhallzeit ist diejenige Zeit definiert, in der ein Schallsignal nach dessen Abschaltung komplett im Raum verklingt. Messtechnisch wird der Pegelabfall des Originalsignales um 60 dB erfasst und die Nachhallzeit deshalb als RT60 bezeichnet (RT = reverberation time). Der Nachhall in einem geschlossenen Raum entsteht durch die wiederkehrende Reflexion eines Schallsignals an den Raumbegrenzungsflächen, so lange bis die Energie des Originalsignals abgeklungen ist. 

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