01.06.2016 | Ausgabe 3/2016

Restaurierung von Röhrenmikrofonen

Neumann U67 (Bildquelle: Ulrich Apel)

Neumann U67 (Bildquelle: Ulrich Apel)

Sie betrachten ehrfurchtsvoll ihr altes Röhrenmikrofon, das jahrelang im Einsatz war und einen unbeschreiblich schönen Klang hatte, jetzt aber in der Vitrine steht, weil es nicht mehr zuverlässig arbeitet. Diese Mikrofone können, auch wenn sie sehr alt sind, mit etwas Glück und wenig Aufwand zu neuem Leben erweckt werden. Glück bedeutet: Die im Mikrofon verbaute – mittlerweile manchmal sehr seltene - Röhre darf keinen Defekt haben, denn Röhren kann man leider nicht reparieren. Wenig Aufwand bedeutet: Reinigung, Ersetzen von gängigen Bauteilen und Beseitigen von Wackelkontakten. Trauen Sie sich, das Mikrofon wieder in Betrieb zu nehmen. Ich möchte Ihnen Schritt für Schritt zeigen, wo die Störungen entstehen und wie sie mit einfachen Mitteln behoben werden können.

Erste Schritte zur Diagnose

Restaurieren von Röhrenmikrofonen bedeutet, dass man sich zum einen das Mikrofon selber und zum anderen das für jedes Röhrenmikrofon nötige Netzteil anschauen muss. Meiner langjährigen Erfahrung nach beginnt man mit der Untersuchung der unerwünschten Geräusche an der Kapsel. Diese ist zugleich der empfindlichste Teil eines Mikrofons, hat sie doch mit unserem Trommelfell sehr große Ähnlichkeit was Empfindlichkeit und Gefahr der Beschädigung angeht. Außerdem ist sie unmittelbar der Umwelt, sprich Staub, Feuchtigkeit und Temperaturunterschieden ausgesetzt.

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