01.06.2016 | Ausgabe 3/2016

Einsatz zeilenförmiger Mikrofonarrays zur Aufnahme räumlich ausgedehnter Szenarien

(Bildquelle: Microtech Gefell / Institut für Musikinstrumentenbau)

(Bildquelle: Microtech Gefell / Institut für Musikinstrumentenbau)

Neben der Aufnahme einzelner Solisten oder kleinerer Instrumentengruppen ist es in der Praxis auch erforderlich, Schallquellen aus räumlich ausgedehnten Szenarien, wie zum Beispiel einer Orchester- oder Theaterbühne, aufzunehmen. Wird dies ausschließlich mit Hauptmikrofonen durchgeführt, ergeben sich häufig Probleme. Zunächst ist hier bei der Verwendung von Mikrofonen mit Richtcharakteristiken erster Ordnung eine recht starke Pegeldifferenz über die Tiefe des aufzunehmenden Bereiches der Bühne zu berücksichtigen. Diese lässt sich zwar durch die Verwendung von Richtrohrmikrofonen reduzieren, jedoch kann dies zu einer ungenügenden Abdeckung und damit recht starken Pegeldifferenzen über die Breite der Bühne im mikrofonnahen Bereich führen. Deren Reduzierung durch weitere über die Breite der Bühne angebrachte Richtrohrmikrofone ist durch die zu berücksichtigende Pegel- und Laufzeitbeziehung zwischen den einzelnen Mikrofonen auch nicht unproblematisch und vergrößert die Gefahr von Kammfiltereffekten im aufgenommenen Signal.

Weitere Probleme bei der Verwendung von Hauptmikrofonen mit Richtcharakteristiken erster Ordnung können dadurch entstehen, dass das Schallfeld hinsichtlich der durch die Bühneneinhausung verursachten Reflexionen am Ort des Hauptmikrofons nicht optimal ist. Um deren Einflüsse zu minimieren, müssten alle im räumlich ausgedehnten Szenarium befindlichen Schallquellen möglichst direkt aufgenommen werden, was insbesondere über die Tiefe der Bühne sehr problematisch ist.

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