01.04.2016 | Ausgabe 2/2016

Für mehrere Wiedergabesysteme produzieren

Ein Ansatz der objektbasierten Musikproduktion

(Bildquelle: Jean-Marc Lyzwa)

(Bildquelle: Jean-Marc Lyzwa)

Über das objektbasierte Audio (OBA) wird seit mehreren Jahren viel diskutiert und geschrieben, aber wie steht es um die Praxis? Wie sollte man sich einer objektbasierten Audio- und Musikproduktion annähern, während die Standards nur zur Hälfte definiert sind, und während dafür noch nicht wirklich Methoden existieren? In diesem Artikel wird ein prospektiver Ansatz der OBA-Musikproduktion vorgestellt.

Warum überhaupt objektbasierte Produktion?Die technischen Entwicklungen (insbesondere im audiovisuellen Sektor) gehen oft mit Veränderungen der Gewohnheiten der Benutzer einher, oder werden sogar von diesen Veränderungen initiiert. Nun ist es aber klar, dass sich die Hörgewohnheiten in den letzten Jahren rasch entwickelt haben. Die meisten Hörsituationen sind nicht neu (der Walkman erlaubt seit 35 Jahren überall Musik zu hören, und Autoradios existieren seit langem), aber die Miniaturisierung der Technologie sowie eine Verbreitung der Konnektivität haben diesen langfristigen Prozess drastisch beschleunigt: es ist jetzt zum Beispiel möglich, denselben Live-Beitrag mit einem Handy, einem Tablet-PC, einem Laptop, durch Kopfhörer, mit zwei bis sechs Lautsprechern zu hören, und dies zu Hause, auf der Straße oder im Auto...

Allerdings ist der Großteil dieser Hörsituationen vom „Idealfall" weit entfernt, wenn man diesen Idealfall gemäß der Standards und der entsprechenden Postproduktionsbedingungen definiert: das heißt hochwertige Lautsprecher, die in einem Raum mit kontrollierter Akustik dem Standard entsprechend positioniert werden.

5 Seiten