01.04.2016 | Ausgabe 2/2016

Der Auro-3D® Upmixer „AuroMaticTM“

Die Erzeugung fotorealistischer Gesichtsanimationen stellt bei Computergrafiken immer noch eine Herausforderung dar.

(Bildquelle: Auro Technologies)

(Bildquelle: Auro Technologies)

Im Jahr 2005 hatte ich ein Erlebnis, das ich bis dahin emotional mit Klang noch nie hatte; es war die Zeit, als ich mit der Entwicklung des Auro-3D®-Formates beschäftigt war. Ich weiß noch, wie ich eine Gänsehaut bekam, als ich zum ersten Mal Tests mit einem Höhen-Layer oberhalb einer 5.1-Surround-Lautsprecheranordnung durchführte, einem Layout, dem ich später den Namen „Auro-9.1” gegeben habe. Ich wusste, dies wird in Bezug auf Klang die Welt verändern, weil ich realisiert habe, dass die dritte Dimension (Höhe) in der Klangaufnahme und -reproduktion bisher fehlte. Das Auro-9.1-System ist das 3D-Klangformat, das auf einem zweidimensionalen 5.1-Surround-Setup und einem vertikalen Stereofeld vorne, seitlich und hinten basiert.

Weil ich von diesem „Höhen-Layer“, den ich ungefähr 30 Grad erhöht über dem 5.1-Surround-Layer plazierte (inspiriert durch Werner Dabringhaus’ 2+2+2-Format) so begeistert war, habe ich überlegt, was vielleicht noch verbessert werden kann. Daher habe ich einen dritten Layer (Top Layer) hinzugefügt, der es ermöglicht, in einer Auro-10.1-Konfiguration eine komplette Hemisphäre oder Halbkugel abzubilden. Ich hatte erwartet, dass dieser Top Layer das Klangerlebnis noch viel „immersiver” oder natürlicher machen würde, aber das war eher eine Enttäuschung, basierend auf einem Denkfehler. Der größte immersive Eindruck entsteht nicht durch die Klangwiedergabe von oben, sondern durch das vertikale Stereofeld um uns herum, das durch die Kombination eines 5.1-Surround-Setups mit einem Auro-3D® Höhen-Layer gebildet wird. Das menschliche Ohr ist nicht so empfindlich für Klänge oder Reflexionen von oben; wir haben auch kein Ohr auf dem Kopf, um Klänge aus dieser Richtung besser analysieren zu können. Die Erklärung dafür liegt wahrscheinlich in den Millionen Jahren der Entwicklung unseres Gehörsinns, der sich durch unseren Überlebensinstinkt auf die direkte Umgebung fokussiert hat, wobei die Gefahr meist nicht von oben kam.

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