01.02.2016 | Ausgabe 1/2016

Sprachverständlichkeit im Fernsehen

Die Sprachverständlichkeit von Fernsehinhalten ist ein wohl bekanntes und inzwischen sehr oft diskutiertes Thema.

(Bildquelle: Theresa Liebl, Michael Weitnauer)

(Bildquelle: Theresa Liebl, Michael Weitnauer)

Die Sprachverständlichkeit von Fernsehinhalten ist ein wohl bekanntes und inzwischen sehr oft diskutiertes Thema. Dabei sind es oft nicht nur die älteren Zuschauer die Probleme haben den Dialogen in aktuellen Produktionen uneingeschränkt zu folgen. Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dieser Thematik und hat dazu verschiedene Untersuchungen durchgeführt und Verbesserungsansätze erarbeitet. Dabei wurde auch auf spezielle Zielgruppen eingegangen. Es wurde beispielsweise eine Online-Umfrage speziell für hörgeschädigte Personen durchgeführt, um deren Probleme beim Verstehen der Sprache im Fernsehen zu ermitteln und so besser behandeln zu können. Dies geschah im Rahmen eines EU-Projektes, bei dem speziell für Schwerhörige aufbereitete Tonfassungen automatisch generiert und über HbbTV bereit gestellt werden sollen. Zudem wurde die Sprachverständlichkeit von „Voice-Over-Voice“-Passagen untersucht, ein Problem, das nicht nur Schwerhörige betrifft, sondern oftmals alle Zuschauergruppen.


Sprachverständlichkeit von „Voice-over-Voice“-Passagen

Einleitung

Dass das Thema Sprachverständlichkeit im Fernsehen nicht nur für Hörbeeinträchtigte ein Problem darstellt, zeigt beispielsweise eine Studie der Markt- und Medienforschung (MMF) [1], welche im Jahr 2013 zum TV-Angebot der Deutschen Welle (DW) durchgeführt wurde. Dabei wurden von den Zuschauern im Ausland vielmals speziell die Voice-Over-Voice-Passagen (VOV) in den Beiträgen als schlecht verständlich kritisiert. Unter VOV, oder auch „Speech-on-Speech“, versteht man grundsätzlich das gleichzeitige Auftreten zweier oder auch mehrerer Sprachsignale. Im Fernsehen treten solche Situationen vor allem dann auf, wenn in Beiträgen eine Originalsprachspur (O-Ton) durch einen Übersetzer im Off, eine im Studio aufgezeichnete Sprachspur, überlagert wird.Um die Sprachverständlichkeitsproblematik von VOV-Passagen zu untersuchen, wurde am IRT Anfang 2014 ein subjektiver Hörversuch durchgeführt, dessen Ziel es war, eine praxisorientierte Empfehlung für ein angenehmes Mischungsverhältnis für zwei sich überlagernde Sprachspuren zu finden. Im Rahmen dieses Hörversuches wurden mehrere mögliche Einflussfaktoren auf die Sprachverständlichkeit von VOV-Passagen, wie unterschiedliche räumliche Abhörsituationen und verschiedene Abhörpegel, beleuchtet.

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