01.02.2016 | Ausgabe 1/2016

Warum gibt es kein objektives Instrument zur Messung der Sprachverständlichkeit?

VDT-Seminar „Sprachverständlichkeit in Film und Fernsehen“

„Dreh mit zwei Kameras“ – Totale (rot umrandet): Gespräche im Hintergrund, alle müssen agieren. Beim Dreh mit nur einer Kamera ist die Nahe (grün umrandet) eine gute Möglichkeit um präsente O-Töne zu bekommen (Foto: Hannah Baumgartner)

„Dreh mit zwei Kameras“ – Totale (rot umrandet): Gespräche im Hintergrund, alle müssen agieren. Beim Dreh mit nur einer Kamera ist die Nahe (grün umrandet) eine gute Möglichkeit um präsente O-Töne zu bekommen (Foto: Hannah Baumgartner)

Niemand erwartet vom Tonmeister, einen Pegel zu schätzen oder die Programm-Loudness intuitiv einzustellen. Die Sprachverständlichkeit von Wortbeiträgen dagegen wird traditionell subjektiv erfasst, sei es von den Tonkollegen am Set oder in späteren Produktionsschritten im Studio. Sprachverstehen ist ein hochkomplexer Prozess mit zahlreichen Einflussfaktoren und die subjektive Einschätzung der Sprachverständlichkeit ist fehleranfällig, ganz besonders dann, wenn die Sprachinformation bereits bekannt ist. Innerhalb eines Produktionsprozesses werden die Aufnahmen meist viele Male gehört, so kann es leicht zu einer Fehleinschätzung kommen. Ist es an der Zeit diese subjektive Einschätzung der Tonkollegen mit objektiven Anzeigen zu ersetzen?

Dieser Frage wollten wir mit dem VDT Seminar „Sprachverständlichkeit in Film und Fernsehen – brauchen wir ein objektives Messgerät“ im Oktober beim NDR in Hamburg nachgegangen. Um sie möglichst aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten, hatte ich als Seminarleiterin Referenten aus der Produktions- und Postproduktionspraxis ebenso eingeladen wie Vertreter aus der Forschung: - Andreas Turnwald, freiberuflicher Filmtonmeister für Commercials, Dokumentar-, Musik- und Spielfilme berichtete von den Stolperschwellen am Set.

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