01.02.2016 | Ausgabe 1/2016

Die Tücken der Nachsynchronisation

(Fotos: Studio Hambug)

(Fotos: Studio Hambug)

Showdown eines deutschen Fersehkrimis: Der Kommissar geht in Colombo-Manier die Treppe einer ruhig gelegenen Villa hinunter, geht auf die dort versammelten Verdächtigten zu und bringt seinen Sprechtext durcheinander. Es gibt keine zweite Klappe, auch keinen Nachsprecher. Klarer Fall: Nachsynchronisation.Wochen nach Drehschluss kommt der Darsteller ins Synchronstudio. Da der Originalton sonst einwandfrei ist, wird entschieden, dass nur dieser eine Satz aus der eben beschriebenen Szene nachgesprochen wird. Grundsätzlich problemlos machbar.Aber nach gefühlten fünfzig Aufnahmen wird klar: Der Satz passt nicht zum Rest der Aufnahmen. Nicht, weil der korrigierte Text asynchron ist, sondern weil er akustisch aus dem Rahmen fällt. Alle Versuche - lauter, leiser, höher, tiefer, mit mehr oder weniger Raumanteilen, mit und ohne Druck, mit Bewegung oder vorangegangenen Liegestützen – sind zwecklos. Ich gebe auf und sage dem Darsteller, dass er seine Sache gut gemacht hat. Den Rest korrigiere ich in der Mischung.

Wenig später in der Vormischung trifft mich allerdings der Schlag, denn kein Take ist brauchbar und keines meiner vielen PlugIns kann helfen, um diesen einen Satz stimmig in die Mischung zu integrieren. Auch die Musik, ablenkende Atmos oder das Geraschel der Foleys helfen nicht, das Ergebnis zu verbessern.

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