01.02.2016 | Ausgabe 1/2016

Videoformate im Überblick

(Bildquelle: Karl M. Slavik)

Es ist ein langer, komplexer Weg von der Kamera bis zum Bildschirm. Vor allem dann, wenn man auf Qualität setzt und einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen möchte. Dieser Artikel wagt die lange Reise vom Objektiv über Sensoren und Signale bis hin zu Codecs und Containern. Kurzum zu allem, was verkürzt als „Videoformat“ bezeichnet wird.

Objektive – mehr als nur Glas
Am Anfang jeder Bildaufzeichnung oder Übertragung steht das Objektiv. Seine Qualität entscheidet darüber, ob der oder die Bildwandler in der Kamera mit scharfen, kontrastreichen Bildern ohne Abbildungsfehler belichtet werden können. Bei Kameras mit hohen Bildauflösungen, etwa HD mit 1.920 x 1.080 oder UHD mit 3.840 x 2.160, werden minderwertige Objektive rasch erkennbar. Sie erzeugen so genannte sphärische und chromatische Abberationen, die das Bild vor allem in Randbereichen verzerren und darüber hinaus zu Unschärfen und Farbfehlern führen. Ein weiteres Problem sind lichtschwache Objektive. Sie benötigen deutlich mehr Licht vor der Kamera oder aber eine elektronische Pegelanhebung in der Kamera (Gain oder höhere ISO-Zahl). Pegelanhebungen in der Kamera verstärken jedoch das Bildrauschen der Wandler, was wiederum zu sichtbarem Bildrauschen und zu unerwünschten Kodierartefakten bei der darauf folgenden Datenreduktion führt. Vor allem Laien sind immer wieder erstaunt, welchen massiven Einfluss das Objektiv auf die gesamte Bildqualität hat. Minderwertige Objektive, in der Fachsprache auch als „Glas-Aschenbecher“ bezeichnet, können selbst eine hochwertige HD-Kamera auf das Niveau einer mittelmäßigen SD-Kamera bringen (HD … High Definition, SD … Standard Definition, analog meist NTSC oder PAL).

Professionelle Objektive mit Fixbrennweiten verfügen zumindest über Einstellmöglichkeiten für Schärfe (Focus) und Blende (Iris). Zoomobjektive bieten darüber hinaus eine variable Veränderung der Brennweite (meist elektrisch steuerbar über eine Zoom-Wippe und einen Servomotor) sowie eine Makro-Funktion für Nahaufnahmen. Auto-Focus und Auto-Iris finden sich in professionellen Kameras und Objektiven oft nur als Option, die lediglich in Einzelfällen genutzt werden. Ähnlich wie eine AGC (Automatic Gain Control) im Audiobereich können Auto-Focus und Auto-Exposure (automatische Belichtung) ein unberechenbares „Eigenleben“ entwickeln, das durch Helligkeits- und Schärfepumpen die Bildqualität verschlechtert.

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