01.07.2015 | Ausgabe 5/2015

Wenn’s in der Kirche rockt

GL 16 i Groundstack in St. Georg, Ulm (Seeburg acoustic line) Quelle: Johannes Heppenheimer

GL 16 i Groundstack in St. Georg, Ulm (Seeburg acoustic line) Quelle: Johannes Heppenheimer

Kein Zweifel: für Tonschaffende stellt Kirchenakustik oft eine besondere Herausforderung dar. Lesen Sie, was dahinter steckt und wie man ungünstigen akustischen Bedingungen für Pop, Rock oder Gospel den Schrecken nehmen kann.

Was ist los in Kirchen?

Frühchristliche Kirchen waren einfache Hallenbauten mit hohem Mittelschiff und Seitenschiffen. Die Räume dienten liturgischen Handlungen, Sprachverständlichkeit oder gar perkussive Musik waren nicht gefragt. Der Wandel an die Anforderungen brachte architektonische Änderungen mit sich, es entstanden in der Zeit zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert sukzessive Saalkirchen. Dort fanden sich entweder Predigerstuhl (der an einen günstigen Ort gestellt wurde) oder Kanzel. In den großen Kirchen messen wir Nachhallzeiten von bis zu 10 Sekunden und mehr, in Saalkirchen liegen die Nachhallzeiten deutlich darunter (3 bis 5 Sekunden). Insbesondere im Zuge der Reformation wurde es notwendig, zumindest in evangelischen Kirchen, für eine bessere Sprachverständlichkeit zu sorgen. Eine Studie der ETH Zürich zeigt, dass die Nachhallzeiten in evangelischen Kirchen im Schnitt rund eine Sekunde kürzer sind als in katholischen. Dennoch zeigten die Messungen der Sprachverständlichkeit nur schwache Werte – und Beschallungsanlagen machten es meist nur kaum besser.

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